Geldvermögen steigt Deutsche sparen trotz Niedrigzins munter weiter

Die Sparquote, das heißt das Verhältnis von Erspartem und verfügbaren Einkommen, lag im ersten Halbjahr dieses Jahres saisonbereinigt bei 9,7 Prozent. Das entsprach der Höhe der Sparquote der privaten Haushalte vom vergangenen Jahr.  | © 1) 2016: Erstes Halbjahr, saisonbereinigt, Quelle: BVR

Die Sparquote, das heißt das Verhältnis von Erspartem und verfügbaren Einkommen, lag im ersten Halbjahr dieses Jahres saisonbereinigt bei 9,7 Prozent. Das entsprach der Höhe der Sparquote der privaten Haushalte vom vergangenen Jahr. Foto: 1) 2016: Erstes Halbjahr, saisonbereinigt, Quelle: BVR

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„Die Bundesbürger nehmen das Sparen weiterhin ernst“, kommentiert Jan Philip Weber eine aktuelle Umfrage zum Sparverhalten in Deutschland. Der Volkswirt beim Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR) sieht eine „robuste Spartätigkeit“ der Bundesbürger: „So bleibt die Sparlücke, das heißt das Verhältnis aus persönlichem Sparziel und Sparbetrag, in 2016 weitestgehend unverändert.

Deutsche bilden mehr Vermögen

Als Folge kräftiger Einkommenszuwächse und solider Sparbeträge haben die Bundesbürger 2015 deutlich mehr Vermögen gebildet als im Jahr zuvor, so Weber weiter. „Insgesamt stieg die Summe aus Geld- und Sachvermögensbildung in 2015 um 13,6 Prozent auf 213,5 Milliarden Euro.“ Mit 184,1 Milliarden Euro entfällt nach Zahlen der Deutschen Bundesbank der Großteil davon auf die Bildung von Finanzvermögen.

Damit stieg die Geldvermögensbildung gegenüber dem Vorjahr um 27 Milliarden Euro beziehungsweise 17,1 Prozent. Im ersten Quartal 2016 setzte sich der Aufwärtstrend mit einem Plus um 4 Milliarden Euro gegenüber dem Vorjahresquartal fort. Der Anteil der von den Bundesbürgern für die Geldvermögensbildung aufgewendeten Summe am verfügbaren Einkommen stieg damit im vergangenen Jahr auf etwas mehr als 10 Prozent.

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Grafik: BVR

„Wertpapiere erfreuen sich angesichts der niedrigen Verzinsung konservativer Anlageprodukte seit 2015 einer sichtbar steigenden Beliebtheit“, erklärt Weber. „In erster Linie sind dabei Anteilsrechte, wie zum Beispiel Investmentfonds und börsennotierte Aktien, bei den privaten Haushalten gefragt.“ In sie investierten die privaten Haushalte 2015 insgesamt 50,3 Milliarden Euro ein. Rentenpapiere wurden hingegen im Wert von 13,8 Milliarden Euro abgestoßen.