Stars und Mars Starcapitals geschickter Schachzug

Bild links: Das Mars-AM-Team Jens Kummer (li.), Damian Krzizok (M.) und Andreas Bichler; Bild rechts: Markus Kaiser, Vorstandsmitglied bei Starcapital und Leiter für regelbasierte Multi-Asset-Strategien | © Mars AM, Starcapital

Bild links: Das Mars-AM-Team Jens Kummer (li.), Damian Krzizok (M.) und Andreas Bichler; Bild rechts: Markus Kaiser, Vorstandsmitglied bei Starcapital und Leiter für regelbasierte Multi-Asset-Strategien Foto: Mars AM, Starcapital

Eines muss man einfach feststellen: Es wird nie langweilig in Oberursel. Erst lässt sich die dort ansässige Fondsboutique Starcapital vom Konkurrenten Bellevue schlucken. Dann zieht sich Urgestein Peter E. Huber langsam zurück und übergibt an Manfred Schlumberger. Und jetzt übernimmt Starcapital selbst die Bad Homburger Investmentboutique Mars Asset Management. Und dessen komplettes Team gleich mit. Dafür zieht die Mars-Mannschaft aus ihren Büroräumen in Bad Homburg ins benachbarte Oberursel. Das ist nur eine S-Bahn-Station weit entfernt. Die Behörden müssen der Transaktion noch zustimmen.

Mit der Übernahme will sich Starcapital mehr Geschäft mit institutionellen Anlegern reinholen – darin ist Mars stark – und seine im Jahr 2013 gegründete Abteilung für „regelbasierte Multi-Asset-Strategien“ ausbauen. Deren Chef ist seit damals Markus Kaiser, der für Trendfolgestrategien bekannt ist, die er mit börsengehandelten Indexfonds (Exchange Traded Funds, ETF) umsetzt. Die für Privatanleger verfügbare Produktpalette umfasst derzeit drei ETF-Dachfonds mit verschiedenen Risikoprofilen unter der hauseigenen Marke „Stars“. Und zu Stars gesellt sich jetzt Mars.

Denn obwohl das Unternehmen Mars Asset Management verschwindet, soll die Marke erhalten bleiben, erklärt der geschäftsführende Gesellschafter Jens Kummer. Auch Fonds und Mitarbeiter sollen so, wie sie sind, auf Starcapital übergehen. Nur eben unter Kaisers Leitung. „Unsere Grundwerte ähneln sich“, sagt Kummer über seinen neuen Chef. Man kenne sich schon seit fast zwei Jahrzehnten, habe schon zusammen auf Podien gesessen und diskutiert.

Definitiv gemeinsam haben beide, dass sie durch geschickte Auswahl aus vielen Märkten Risiken senken und Rendite verstetigen wollen. Ebenso kommen in beiden Unternehmen sogenannte Faktor-Investments zum Einsatz. Es gibt aber im Mars-System eben auch Unterschiede zu Kaisers Trendfolgesystem (weshalb sich beide ja auch ergänzen sollen). Denn einerseits sind die Mars-Leute bei der Wahl ihrer Anlagevehikel flexibel. Neben ETFs kommen sehr wohl auch aktiv gemanagte Fonds infrage. Hier hat sich insbesondere Jens Kummer einen Ruf als Spezialist mit gutem Auge für Fonds erarbeitet.

Andererseits ist das Mars-System etwas anders aufgebaut als das der Stars-Fonds. Neben Markttechnik greifen hier auch fundamentale Kriterien zu Bewertung und erwarteten Renditen. Etwas vereinfacht stellte Kummer seine Ansichten in der Mars-Anleger-Ampel dar, die er eine Zeit lang auch auf DAS INVESTMENT veröffentlichte. Hinzu kommt ein Risikosystem, um Kursverluste zu begrenzen. Auf Wunsch schneidet Mars es auf jeden institutionellen Kunden individuell zu – eine Fertigkeit, auf die man bei Starcapital durchaus erpicht ist.

Auf Seiten von Mars freut man sich hingegen auf Erleichterungen im Geschäftsalltag. Schließlich liegt das betreute Vermögen nach eigenen Angaben lediglich bei nicht allzu prallen 390 Millionen Euro. Und so sagt Jens Kummer auch folgerichtig: „Mit Starcapital können wir die Vorteile einer Investmentboutique weiter leben und gleichzeitig Synergien im Vertrieb und Marketing sowie Administration schaffen.“ Zusammen mit Kaisers bisherigem Geschäft bringt es Starcapital nach der Übernahme auf 550 Millionen Euro in regelbasierten Multi-Asset-Strategien.