Geschlossene Fonds im Check: Blick zurück nach vorn

Fernrohr (Foto: misterQM / photocase.com)

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„Unternehmen, die geschlossene Fonds als Vermögensanlage öffentlich anbieten oder in der Vergangenheit angeboten haben, sind verpflichtet, jährlich eine Leistungsbilanz über diese Vermögensanlagen zu erstellen.“ So lautet der erste Grundsatz in den „Leitlinien zur Erstellung von Leistungsbilanzen“, die der Verband Geschlossene Fonds (VGF) Mitte 2007 für die Mitglieder aufgestellt hat. Dem ersten Grundsatz folgen weitere unter anderem zur Nachvollziehbarkeit und Richtigkeit der Darstellung. Wird Grundsätzliches in dieser Art geregelt, liegt es nahe, dass es sich dabei um alles andere als um Selbstverständlichkeiten gehandelt haben muss. Das trifft auch zu: Lange lehnte so mancher Initiator es ab, genaue Rechenschaft über die von ihm emittierten Beteiligungsangebote abzulegen. Vieles im Nebel
Zum Teil geschah dies sicherlich aus reiner Bequemlichkeit, vielfach aber auch, weil eine Leistungsbilanz als Soll-Ist-Vergleich offenlegt, wie solide der Initiator in der Vergangenheit seine Fonds kalkuliert hat. Und dies wiederum kann einen Hinweis darauf geben, ob bei seinen aktuellen Angeboten eine ähnliche Entwicklung bevorstehen könnte. Wenn Investitionsplan und Prognoserechnungen eines Beteiligungsangebots den Schnelltest bestanden haben, sollte man deshalb einen Blick in die „Vorgeschichte“ des Initiators werfen. Das flüchtige Durchblättern der Leistungsbilanz reicht dafür zwar nicht aus, aber ein tagelanges Studium ist ebensowenig notwendig. Am besten stellt man für jeden Fonds einfach die folgenden vier Fragen: Wurden die Einnahmeüberschüsse (Differenz aus Einnahmen und Ausgaben) wie prognostiziert erwirtschaftet? Wie sieht es bei den in Aussicht gestellten Auszahlungen aus? Wie ist der Fremdkapitalstand? Wurden Tilgungen vollständig geleistet? Ist die Liquiditätsreserve geschrumpft – womöglich, um Ausschüttungen zu frisieren?