Geschlossene Fonds: Rambazamba statt Information

(Foto: Istock)

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„Die Initiatorin (...) begibt ihren ersten Fonds. (...) Die Philosophie und das Ziel (...) bestehen darin, Qualitätsführerin in der jeweiligen Asset-Klasse der von ihr aufgelegten Produkte zu werden“, heißt es im Prospekt eines Private-Equity-Fonds. Wie bitte? Eine Start-up-Firma mit keinerlei Erfahrung im Emissionsgeschäft will sich alsbald zur Leitfigur der Branche aufschwingen? Angesichts dessen ist zweierlei möglich: Der Verfasser verfügt über ein robustes Selbstvertrauen, das mit Realitätsverlust gepaart ist – oder will mit großen Gesten von seiner Unerfahrenheit ablenken.  Auf jeden Fall ist Vorsicht geboten: Es könnte sein, dass auch das Fondskonzept ähnlich ambitioniert angelegt ist. Doch harte Zahlen bleiben an dieser Stelle einmal außen vor (Näheres dazu finden Sie hier). An dieser Stelle soll es aber ausschließlich um „weiche Faktoren“ gehen: also darum, wie seriös und glaubwürdig ein Initiator auftritt, wie er auf Vertriebsveranstaltungen agiert oder mit welchen Methoden er neue Berater und Kunden akquiriert. Dieser Artikel stammt aus der aktuellen Ausgabe von DAS INVESTMENT (November 2009).
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Dabei spielen Intuition, „Bauchgefühl“ und kritisches Hinterfragen eine wichtige Rolle: Steht die Aufklärung über das Produkt im Vordergrund? Oder lenken Wortgeklingel und Incentives vom eigentlichen Fondsgegenstand ab? Den Eindruck, den ein Initiator dabei hinterlässt, sollte man bei der Entscheidung für oder gegen eine Zusammenarbeit durchaus ernst nehmen. So liefert ein weiterer Newcomer in seiner Vertriebsbroschüre wenig Brauchbares über seinen Fonds. Dafür zeigen die Fotos attraktive Menschen und heitere Strandszenen. Zudem verspricht der Initiator Top-Vermittlern hohe Provisionen und stellt den besten in Aussicht, ein Jahr lang Porsche zu fahren, eine Schiffsreise antreten zu können oder zwölf Monate ein Mini-Cabrio zu steuern. Das setzt sich beim unfreiwillig komischen Online-Auftritt fort: Dort zeigt die Rubrik „Über uns“ eine Partyszene, bei der sich Gäste an Champagnergläsern festhalten – als ob das Fondsgeschäft sowieso nur im Vollrausch zu ertragen ist.