Geschlossene Immobilienfonds: „Ab 15 Jahren Laufzeit beginnt der Spaß erst richtig“

Gerald Feig

Gerald Feig

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DAS INVESTMENT.com: Haben Sie beim Vertrieb etwas vom Sommerloch gespürt? Gerald Feig: Nein, ein Sommerloch kennen wir generell nicht. Im Juli und August platzierten wir in den vergangenen Jahren in etwa genauso viel wie im November. Zwar ist 2010 kein Rekordjahr wie 2009, in dem wir uns mit zwei neu aufgelegten Fonds um rund 83 Prozent gegenüber 2008 steigern konnten, doch wir sind sehr zufrieden. DAS INVESTMENT.com: Wie viel haben Sie denn bislang im laufenden Jahr eingeworben? Feig: Wir liegen bei 22,3 Millionen Euro für den neuen Anspar Flex Fonds 3. Wir konnten zudem erst im April mit dem Vertrieb starten, da unser Modell ohne innere Frontup-Gebühren für die Bafin noch ungewohnt ist und deshalb die Genehmigung etwas länger als geplant dauerte.
  DAS INVESTMENT.com: Kann sich der Wettbewerb mittlerweile für Ihr Fondsmodell erwärmen? Feig: Positive Reaktionen sind zumindest in der Öffentlichkeit immer noch eher selten. Noch sind die traditionellen Fondsmodelle sehr präsent. Ich denke aber, dass wir Ansätze für ein Umdenken beobachten können. In diesem Zusammenhang sehe ich zum Beispiel den Vorstoß von MPC, die Tranche eines geschlossenen Fonds für Honorarberater zu reservieren. Ob Initiatoren, ob Vertrieb - wir müssen alle begreifen, dass hohe Frontup-Gebühren wenig bringen: Ein Fonds, der nur 70 oder 80 Prozent der Anlegergelder investiert, hat eine zu niedrige Substanzquote, um auch in schwierigen Zeiten ordentlich performen zu können. DAS INVESTMENT.com: Für Einmalanleger veranschlagen Sie 5 Prozent Agio, bei den Ansparern sind es 8 Prozent. Von anderen Marktteilnehmern wird kritisch angemerkt, dass durch die Bestandsvergütungsmodelle der Vertrieb letztlich mehr Provision erhält als bei den konventionellen Frontup-Lösungen. Feig: Mit Verlaub, das ist völliger Unsinn, zumindest bei unserem Fonds. Bei 0,3 Prozent jährlicher Bestandsprovision kommen Sie bei 20-jähriger Laufzeit und inklusive Agio je nach Beteiligungsmodell auf insgesamt 11 oder 14 Prozent Gesamtprovision. Das ist nicht mehr als bei den traditionellen Fonds Das Entscheidende ist aber, dass die laufende Vergütung nicht zu Lasten der Anleger geht, sondern aus den erwirtschafteten Erträgen dargestellt wird. Einfach nur Provisionsmodelle aufzuaddieren, ist eine Milchmädchenrechnung.