Geschlossene Immobilienfonds: „Der Verdrängungswettbewerb läuft“

Marc Drießen (Foto: Kirsten Nijhof)

Marc Drießen (Foto: Kirsten Nijhof)

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DAS INVESTMENT.com: Was entgegnen Sie Kritikern, die die grüne Welle bei Immobilien eher für einen Modegag halten?

Marc Drießen: Solche Einschätzungen kommen in der Regel von denjenigen, die sich nicht mit der Zukunft am Immobilienmarkt auseinandersetzen. Das Thema Green Building ist weder modisch noch ein Gag, sondern ein bei Immobilieninvestments hart zu kalkulierender Faktor. Nachhaltiges Wirtschaften ist doch grundsätzlich die Voraussetzung für unternehmerischen Erfolg. Denn es geht um die Zukunftsfähigkeit heutiger Investments.

DAS INVESTMENT.com: Wann ist das denn bei Immobilien der Fall?

Drießen: Wenn eine Immobilie auch in zehn Jahren in ihrem jeweiligen Markt noch gut vermietbar ist. Der Energieverbrauch eines Gebäudes wird zukünftig zentraler Bewertungsfaktoren sein, an denen Käufer wie Mieter sich orientieren. Entsprechend wird sich das Angebot am Immobilienmarkt ändern. Der Verdrängungswettbewerb läuft doch schon. Schauen wir ein Jahrzehnt nach vorn, benötigen wir nicht mehr Gebäude als heute, wohl aber Immobilien mit anderem Profil. Bürogebäude aus den 80er und 90er Jahren werden ohne umfangreiche Sanierung nicht mithalten können beziehungsweise erheblich niedrigere Mieten erzielen -und ein Käufer wird sich auch kaum finden.

DAS INVESTMENT.com: Laut Prospekt verbraucht Ihre Düsseldorfer Immobilie 40 Prozent weniger Energie, als die Energieeinsparverordnung fordert. Warum haben Sie sich das nicht von der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen zertifizieren lassen?

Drießen: Beim DGNB und LEED-Gold-Zertifikat steht nicht allein die Energieeeffizienz im Mittelpunkt der Betrachtung. Bewertet werden auch eine Menge anderer Faktoren - unter anderem eine ressourcenschonende Bauweise, die wirtschaftliche Effizienz sowie Nutzerfreundlichkeit der Immobilie. Prinzipiell würde bei unserem Objekt auch alles für ein LEED-Gold-Zertifikat reichen. So ist der Bau zum Beispiel auf einer Konversionsfläche erfolgt und die verbauten Materialien stammen aus nachhaltigen Quellen. Eine zusätzliche Zertifizierung würde aber rund 200.000 Euro extra kosten, und das hielten wir nicht für notwendig.