Geschlossene Immobilienfonds: “Privatisierung bringt den Kick”

Hermann Wüstefeld

Hermann Wüstefeld

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DAS INVESTMENT.com: Immer mehr Emissionshäuser entdecken deutsche Wohnimmobilien. Auch Sie bringen bereits den zweiten Fonds, der in diesem Markt investiert. Ziehen die Kaufpreise bereits an? Hermann Wüstefeld: Nein. Wir reden bei Wohnimmobilien über einen Markt, der 2009 ein Transaktionsvolumen von rund 20 Milliarden Euro umfasste. Mehr ist auch mit deutschen Büroimmobilien im vergangenen Jahr nicht umgesetzt worden. Bei diesen Größenordnungen fallen die geschlossenen Fonds, die in Wohnimmobilien investieren, nicht weiter auf.
 
DAS INVESTMENT.com: Dennoch konzentrieren sich Investoren in der Regel auf die Ballungsräume. Wüstefeld: Das ist auch nicht weiter verwunderlich, denn dort ist die entsprechend positive Marktentwicklung auch in Zukunft gegeben. So wird trotz insgesamt rückläufiger Bevölkerungszahlen der Trend zu kleinen Haushalten die Nachfrage nach bezahlbarem Wohnraum in den Ballungsgebieten weiter erhöhen. Zudem sehen wir, dass seit Jahren in Deutschland zu wenig gebaut wird, um die Nachfrage befriedigen zu können. Und dies wird noch verschärft durch die Wanderungsbewegungen zurück in die Metropolregionen.
 
DAS INVESTMENT.com: Wie kommen Sie an die passenden Häuser und Wohnungen – werten Sie die Kleinanzeigen in Tageszeitungen und Online-Plattformen aus? Wüstefeld: Nein, das müssen wir zum Glück nicht. In erster Linie kommen die Angebote über ortsansässige Makler und unseren Partner, der auch das Fondsportfolio managt: das ist wie beim Vorgängerfonds eines der führenden Wonimmobilienunternehmen Alt + Kelber, das deutschlandweit über 300 Mitarbeiter in 19 Niederlassungen verfügt. Ganz klar ist es bei diesem kleinteiligen Geschäft entscheidend, regionales und lokales Know-how einbinden zu können, um jeweils die richtige Kauf- und Verkaufsentscheidung treffen zu können.
DAS INVESTMENT.com: Anbieter und Portfoliomanager in einem - ist Alt + Kelber vor Interessenkonflikten gefeit? Darüber hinaus stammen Immobilien, die das Deutsche-Wohnen2-Startportfolio bilden, von der Alt-&-Kelber-Mutter Conwert. Wüstefeld: Nur ein Teil der Objekte aus dem Startportfolio stammt aus dem Bestand von Conwert. Genaugenommen sind es mit 9 Objekten sogar weniger als die Hälfte. Die restlichen Objekte wurden direkt am Markt erworben. Bei dem Erwerb von Objekten von Conwert sind Interessenkonflikte insoweit ausgeschlossen, dass wir wie beim Access Wohnen 1 für jedes Objekt, für das wir uns interessieren, ein unabhängiges Sachverständigengutachten der Frankfurter BIIS AG einholen. Die vereinbarten Kaufpreise der von conwert erwrobenen Objekte liegen alle auf oder unterhalb der gutachterlichen Werte. Das gilt übrigens bis auf einen Fall für alle Immobilien des Startportfolios . Und in diesem einen Fall, einem Paketkauf für rund 6,65 Millionen Euro in und bei Hannover, welches wir übrigens am Markt und nicht von Conwert erworben haben, haben wir die Gutachterwerte nur um 16.000 Euro, was rund 0,24 Prozent entspricht, überschritten.