Globale Investments in einer globalisierten Welt: Aspekte der Portfoliooptimierung

Bild: Fotolia

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Am 9. November 1989 fiel in Berlin der Eiserne Vorhang. Fast zeitgleich brach ein ganzes Wirtschaftssystem, die kommunistisch geprägte zentrale Planwirtschaft, zusammen. Nicht nur die Sowjetunion und der gesamte Ostblock schwenkten auf die Marktwirtschaft um. In dieser Phase verabschiedete sich auch China von seiner Ideologie und entfesselte den Markt. Und nicht nur das: Indien geriet in eine schwere Wirtschaftskrise. Bei den Haupthandelspartnern von einst waren indische Waren nicht mehr absetzbar, und das planwirtschaftlich geprägte Land musste sich auf die Suche nach einem neuen Wirtschaftsmodell begeben. Damit erreichte die Globalisierung eine neue Intensitätsstufe, die als „Globalisierung 2.0“ bezeichnet werden kann. In Zahlen gefasst: Mitte der 80er-Jahre umfasste die wirtschaftlich vernetzte, freie Welt ca. 2,5 Mrd. Menschen. Heute sind es über 6 Milliarden. Wirtschaftskraft: Relationen gleichen sich international an Was sich in diesen Regionen an Wachstumskraft entladen hat, wird an wenigen Zahlen deutlich: 1960 war das Bruttoinlandsprodukt (BIP) der sieben (noch) führenden Industrienationen rund fünf Mal so groß wie das der so genannten BRIC-Staaten (Brasilien, Russland, Indien, China). Heute haben sich die Relationen deutlich angeglichen. 2012 werden die vier BRIC-Staaten gut 90 Prozent der Wirtschaftsleistung der G7 erreicht haben. Das heißt: Während das BIP der G7 knapp um das 8-Fache (real) zugelegt haben wird, werden die BRIC-Staaten bis dahin um das 32-Fache gewachsen sein. Bei dieser Berechnung wurde die Wirtschaftsleistung kaufkraftadjustiert, sonst wäre der Abstand etwas größer. Aber es geht ja gerade darum zu zeigen, mit welcher Kaufkraft – und damit Wirtschaftsmacht – die aufstrebenden Staaten in der Nachfrage aktiv werden (siehe Schaubild links). Dass es sich bei diesem Wachstumsprozess um einen Aufholprozess handelt, der von seinen Auswirkungen her nicht auf die Schwellenländer beschränkt bleibt, wird unter anderem auch im Welthandel deutlich: Dieser ist seit Anfang der 80er-Jahre dreienhalbmal so stark gewachsen wie die Weltwirtschaft selbst. Aber Welthandel von Waren ist das eine. Zunehmend wichtiger wird der Welthandel von Dienstleistungen über Grenzen hinweg – „Offshoring“ genannt. Während der Jahre 1993 bis 2004 ist der Export von Dienstleistungen Indiens um das 7-fache gewachsen, im Falle Rumäniens und Estlands um das 5-fache, im Falle Chinas um das ca. 2,5-fache. Das sind die Spitzenreiter des Offshorings nach Erhebungen der Weltbank. Kein Zufall. Zur ökonomisch-politischen Grenzenlosigkeit kam Mitte der 80er-Jahre die technologische. Die Erfindung des ersten Internet-Browsers durch Netscape und die Entwicklung von Windows 3.0 machten PC-Anwendungen und den Austausch über das Internet zur Massenanwendung – zumal auch die dafür nötigen Server-Technologien Marktreife erlangten.