Globaler Anlageausblick von BlackRock „Technologieaktien ziehen an“

Ein Frau probiert auf der VivaTeck-Messe in Paris ein Virtual Reality Headset aus: Neue Technologien stellen in nahezu jedem Wirtschaftszweig etablierte Geschäftsmodelle in Frage | © Getty Images

Ein Frau probiert auf der VivaTeck-Messe in Paris ein Virtual Reality Headset aus: Neue Technologien stellen in nahezu jedem Wirtschaftszweig etablierte Geschäftsmodelle in Frage Foto: Getty Images

Es geht voran: Die erste Jahreshälfte hat Aktienanlegern unerwartet kräftige Kursgewinne beschert. Vor allem in Europa stabilisierte sich die Wirtschaft spürbar. Gleichzeitig treten mit den pro-europäischen Wahlausgängen in den Niederlanden und in Frankreich politische Unsicherheiten in den Hintergrund.

Investoren fassen wieder Vertrauen, was sich auch in den Kursen bemerkbar macht: Europäische Aktien beendeten das erste Halbjahr mit einer leichten Outperformance gegenüber den USA.

Vieles spricht dafür, dass die gegenwärtige günstige Kombination aus solidem Wachstum, leicht steigender Inflation und niedrigen Zinsen in den kommenden Monaten anhält. Zwar sind die Märkte Richtung Jahresmitte seitwärts gelaufen. Dies ist aber aus Sicht von BlackRock-Experten nicht als Vorbote eines Abschwungs zu interpretieren, sondern eher als Verschnaufpause, in der die Märkte auf neue Impulse warten.

Günstige Signale könnten von der in Kürze beginnenden Berichtssaison für das zweite Quartal ausgehen. Vor diesem Hintergrund bleibt der Anlageausblick des BlackRock Investment Institute erfreulich.

Staatsanleihen: Renditen überdenken

Bei Staatsanleihen werden die historisch niedrigen Renditen in den kommenden Monaten wohl weiter Bestand haben. Dafür sorgen strukturelle Faktoren wie alternde Gesellschaften, geringe Produktivitätszuwächse und der insgesamt hohe Schuldenstand.

Heute sind die neutralen Realzinsen, also jene, die das Wachstum weder stimulieren noch bremsen, deutlich niedriger als früher. Angesichts dieser Wachstumsstagnation geht die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) bei ihren Zinserhöhungen vorsichtig vor. Die Europäische Zentralbank folgt dieser Strategie.

Sollte die Fed ihre Anleihekäufe reduzieren, rechnen wir von BlackRock bei Staatsanleihen mit einem sanften Renditeanstieg. Zudem gehen wir davon aus, dass weltweit ein Engpass an „sicheren” Vermögensanlagen entsteht, wobei die starke Nachfrage nach Erträgen möglichen Renditeausschlägen die Spitze nehmen dürfte. Bei derartigen Rahmenbedingungen könnten die Renditen von Staatsanleihen jedoch stärker steigen als Investoren derzeit erwarten.