Glows Gedanken: ETF und ETN – Same, same, but different

Detlef Glow

Detlef Glow

// //

 Auch bei Finanzprodukten geht es im Marketing darum, die Vorteile in den Vordergrund zu stellen. Dieses Bestreben führt aber gerade bei börsengehandelten Produkten zu einer immer größeren Verwirrung bei den Anlegern. Und das obwohl es eigentlich nur zwei unterschiedliche Produktarten gibt.

Früher war der Markt klar in börsengehandelte Fonds (ETFs) und Zertifikate aufgeteilt. Nach der Insolvenz der Investmentbank Lehman wollten die Investoren dann aber keine Produkte mit einem Emittentenrisiko mehr in ihren Portfolios und so begann die Investmentindustrie, die bereits bestehende Produktkategorie der Exchange Traded Notes (ETNs) auszubauen. Bei genauerer Betrachtung zeigt sich jedoch, dass es sich bei ETNs wie bei den Zertifikaten eigentlich auch nur um Inhaberschuldverschreibungen mit einem neuen Namen handelt.

In der weiteren Entwicklung der ETNs wurden diese dann in mehrere Unterkategorien aufgeteilt. Zum einen gibt es die reinen Notes, also Zertifikate die unter einem neuen Namen verkauft werden. Zum anderen gibt es die sogenannten Exchange Traded Commodities (ETCs), die sich durch eine Besicherung (Collateral) von den ETNs unterscheiden. Da verschiedene Wertpapiere, wie Aktien, Anleihen sowie auch Bargeld oder Edelmetalle als Collateral in Frage kommen, sollten sich Anleger sehr genau darüber informieren wie ihre Anlagen besichert sind.

DER FONDS

DER FONDS aktuelle Ausgabe
Aktuelle Ausgabe

Interview: AGI-Manager über die weiteren Aussichten der Börse Bangkok

Crashtest: Die besten Fonds für globale Value-Aktien

>> kostenlos abonnieren

>> aktuelle Ausgabe (PDF)

Ähnlich, aber nicht gleich

Im Marketing stellen einige Anbieter die Besicherung ihrer ETCs stark in den Vordergrund und weisen darauf hin, dass ihre Produkte ebenso sicher seien wie ETFs, um so von der positiven Reputation der ETFs zu partizipieren. Da es sich bei ETFs um Fonds handelt, die einer gesetzlichen Regulierung unterliegen und aufgrund ihres Status als Sondervermögen von der Insolvenzmasse der Kapitalanlagegesellschaften getrennt sind, scheint dieser Vergleich allerdings ein wenig zu hinken. Aus meiner Sicht ist dies ungefähr so, als würde man Analogkäse mit einem gut gereiften Gouda vergleichen, das sind zwar auch ähnliche, aber trotzdem keine gleichen Produkte. Zudem weisen Fonds aufgrund der ihnen gesetzlich vorgeschriebenen Berichte eine höhere Transparenz als die meisten Notes auf.