Gold könnte bald wieder steigen Warum Goldminen-Aktien noch höheres Potenzial haben

Ernst-Ludwig Drayß ist Vorstand und Leiter Portfoliomanagement bei der von der Heydt & Co. Gesellschaft.

Ernst-Ludwig Drayß ist Vorstand und Leiter Portfoliomanagement bei der von der Heydt & Co. Gesellschaft.

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In den vergangenen Jahren hat Gold viel Glanz verloren. Für den Preis des Edelmetalls sind vor allem die realen Renditen alternativer Anlagen und die Risikowahrnehmung der Anleger entscheidend. Beides macht Gold seit Längerem zu schaffen. In den USA stiegen am Rentenmarkt, dem größten der Welt, nach der Finanzkrise zwischenzeitlich die Zinsen. Gleichzeitig haussierten weltweit die Aktienmärkte. Dadurch verlor das zinslose Edelmetall an Attraktivität. Dazu kam, dass die Anleger vor allem den USA wieder eine verbesserte Bonität unterstellten. Gold als Versicherung gegen die Finanzkrise war nicht mehr gefragt.

Der Preis des Edelmetalls in US-Dollar sank seit dem Allzeithoch im Herbst 2011 um 37 Prozent. Vor allem angelsächsische Investoren haben ihre Bestände massiv abgebaut. Damit haben sie das Angebotsdefizit beim physischen Gold ausgeglichen. Denn die Nachfrage insbesondere asiatischer Anleger und Notenbanken hat seit Jahren deutlich die Produktion der Minengesellschaften übertroffen.

Noch viel schlimmer als das Edelmetall selbst hat es die Goldminen-Aktien erwischt. Diese sind seit 2000 um mehrere hundert Prozent gestiegen und haben danach stark korrigiert. Der HUI-Index, der die größten Goldförderer der Welt umfasst, hat sich seit seinem Höchststand im Herbst 2011 mehr als gedrittelt. Ursachen hierfür waren neben dem schwachen Goldpreis hohe Energiepreise und Bergbaukosten. Jetzt zeichnet sich eine Trendwende ab.

Papiergeld- wächst deutlich schneller als Goldmenge

Bei Gold handelt es sich weniger um einen Rohstoff, als vielmehr um ein kaum vermehrbares Zahlungsmittel. Während die Menge an virtuell gedruckten Papierwährungen wie dem US-Dollar seit 2002 jedes Jahr um mehr als zehn Prozent wächst, nimmt das weltweit verfügbare Angebot an Gold nur um circa 1,5 Prozent per annum zu. Gold ist kurzfristig liquidierbar und verfügt über eine extrem hohe Bonität. Damit konkurriert es vor allem mit deutschen und amerikanischen Staatsanleihen sowie Festgeld.

Deren Zinsen sind zuletzt aber deutlich gefallen. Die Rendite von zehnjährigen US-Treasuries beläuft sich mittlerweile auf weniger als zwei Prozent. Deutsche Bundesanleihen mit derselben Laufzeit werfen nicht einmal 0,1 Prozent ab. Die Renditen kürzerer Laufzeiten sind sogar schon in negatives Terrain gerutscht. Auch das Festgeldkonto bringt keinen Ertrag mehr. Unter Berücksichtigung von Steuern und Bankgebühren sind Bundesanleihen und Festgeld sogar schon länger ein Minus-Geschäft. Damit sind die Opportunitätskosten für das zinslose Edelmetall auf null gesunken.