Goldfonds-Manager Joe Foster Gold und Goldaktien 2017: Frühstadium eines Bullenmarktes

Joe Foster, Portfoliomanager und Stratege für die Gold-Fonds von Van Eck

Joe Foster, Portfoliomanager und Stratege für die Gold-Fonds von Van Eck

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Nach einem überraschenden Kurseinbruch infolge der US-Wahl nimmt der Goldkurs wieder Fahrt auf. Noch beeindruckender starteten Goldaktien in das neue Jahr, das gilt insbesondere für Small-Caps: So hat beispielsweise der NYSE Arca Gold Miners Index dieses Jahr um 13,7 Prozent zugelegt, der MVIS Global Junior Gold Miners Index gar um 17,9 Prozent. Und auch für den Rest des Jahres stehen die Zeichen für Gold-Investoren gut.

Die überraschenden Kursrückschläge nach der US-Wahl sehen wir als eine Konsolidierungsphase an, die wir als Frühstadium des nächsten Gold-Bullenmarkts werten. Preisverzerrungen, ausgelöst durch unkonventionelle Maßnahmen der Notenbanken, dürften weltweit finanzielle Risiken fördern. Dazu kommen Unsicherheiten durch die Trump-Regierung und zunehmende politische Spannungen in der Europäischen Union.

Ein Abwärtsrisiko für Gold stellt derzeit der stärkere US-Dollar dar, der gemeinsam mit den Aktienmärkten unmittelbar nach der US-Wahl zulegte. Edelmetalle haben im selben Zeitraum entsprechend negativ korreliert. Falls sich der US-Dollar weiter festigen sollte, bedeutet das stärkeren Gegenwind für Gold. Jedoch hat Trump bereits geäußert, dass eine starke Währung nicht unbedingt im besten Interesse der Vereinigten Staaten (USA) sei.

Das Risiko einer Finanzkrise steigt

Trump konnte die Zweifel an seinem Führungsstil, Temperament und Urteilsvermögen in den ersten Wochen seiner Präsidentschaft nicht entkräften. So war seine aggressive Einwanderungspolitik zwar einer der entscheidenden Faktoren für seinen Wahlsieg, führt aber jetzt – wie man sieht – zu massiver Gegenwehr aus der Bevölkerung und den Medien. Wenn er seine Einwanderungspolitik so fortführt, käme es höchstwahrscheinlich zu weiteren Unruhen in der Bevölkerung. Außerdem könnten Infrastrukturausgaben die Staatsverschuldung der USA auf ein instabiles Level treiben und die Defizitfinanzierung fortlaufen. Zudem dürfte seine handelsfeindliche Haltung das Wirtschaftswachstum schwächen.

Unabhängig von der Politik der US-Regierung sehen wir derzeit Anzeichen dafür, dass es unter Trump zu einer Rezession kommen könnte. Nach acht Jahren kontinuierlichen Wachstums seit der vergangenen Finanzkrise mehren sich die Indikatoren dafür, dass sich die Wirtschaft in einer spätzyklischen Phase befindet. Darüber hinaus stellt die Zinswende durch die Federal Reserve eine potenzielle Wachstumsbremse dar. Gepaart mit den politischen Unsicherheiten unter Trump erscheint sogar eine erneute Finanzkrise zunehmend wahrscheinlich.