Goldfonds-Manager von C-Quadrat Diese 2 Faktoren treiben den Goldpreis

Der weltgrößte Goldbarren aus Japan: C-Quadrat-Manager Andreas Böger sieht derzeit gute Rahmenbedingungen für das gelbe Edelmetall. | © Getty Images

Der weltgrößte Goldbarren aus Japan: C-Quadrat-Manager Andreas Böger sieht derzeit gute Rahmenbedingungen für das gelbe Edelmetall. Foto: Getty Images

Andreas Böger, C-Quadrat

Seit der Jahrtausendwende gehört Gold zu den erfolgreichsten Anlagen am Kapitalmarkt. Nicht nur mit der absoluten Performance konnte das Metall überzeugen, sondern auch aufgrund seiner niedrigen Korrelationen zu anderen Investments eignete es sich auch zur Diversifikation eines Portfolios.

Zwei primäre Faktoren treiben den Goldpreis: Das Niveau der Realzinsen und die wahrgenommenen Risiken der Konkurrenzprodukte, wie beispielsweise Staatsanleihen oder Bankguthaben. Mit Gold werden zwar keine Zinsen verdient, doch dafür besteht auch kein entsprechendes Gegenparteirisiko. Sinken die Realzinsen oder steigen die Risiken der Konkurrenzprodukte, dann erhöht sich die relative Attraktivität von Gold, Anleger beginnen umzuschichten.

Damit lässt sich erklären, wieso Gold in den vergangenen 17 Jahren in den verschiedensten Phasen gefragt war: In fallenden oder steigenden Aktienmärkten, in inflationären oder deflationären Phasen, während geopolitischer Krisen oder ganz banal ohne erkennbaren Grund. Insgesamt blieben die Realzinsen tief, immer wieder verstärkten die wahrgenommenen Risiken diesen Effekt. 

Rahmenbedingungen für Gold unverändert gut

Auch aktuell sind die Rahmenbedingungen für Gold unverändert gut. Eine mehrjährige Korrektur wurde aus unserer Sicht Ende 2015 beendet, ein starker Anstieg 2016 wurde durch die Wahl des neuen US Präsidenten unterbrochen. Seither konsolidierte der Goldpreis und konnte erst in den vergangenen Wochen positive Signale für quantitative orientierte Anleger liefern.

Als Auslöser werden unter anderem die anhaltende US-Dollar-Schwäche, eine günstige Zinsentwicklung, Probleme rund um die Präsidentschaft des Donald Trump, als auch geopolitische Spannungen genannt. Zunehmend werden die Markterwartungen für dynamisches Wirtschaftswachstum und eine Zinsnormalisierung zurückgeschraubt, das stagnierende Umfeld macht die Goldanlage wieder attraktiv.