Goldfonds-Portfoliomanager Joe Foster Warum Gold Hauptprofiteur der US-Steuerreform sein könnte

Goldbarren.

Goldbarren. "Im aktuellen Zyklus sind wir in einem Stadium, in dem man sich Sorgen machen sollte", sagt Goldfonds-Manager Joe Foster vom Edelmetall-Spezialisten Van Eck. Foto: Degussa Goldhandel

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Joe Foster

Die Federal Reserve (Fed) erhöhte die Zinsen auf ihrer Sitzung des Federal Open Market Committee (FOMC) vom 12. Dezember zum dritten Mal im Jahr 2017. Seit 2015 weist der Goldpreis ein bestimmtes Muster zum Jahresende auf. Vor der Zinsentscheidung der Fed im Dezember ist Gold jeweils überverkauft. Dieses Muster wiederholte sich auch dieses Jahr. Am Tag der Fed-Sitzung bewegte sich der Goldpreis auf ein Fünfmonatstief von 1.236,00 US-Dollar pro Unze zu und erholte sich bis Ende Dezember prompt von dem von der Fed veranlassten Tief mit einem Zuwachs von US-Dollar 28,11 (2,2 %) auf 1.303,05 US-Dollar pro Unze. Auch die hohen Rohstoffpreise unterstützten den Goldkurs, zumal sowohl Kupfer als auch Rohöl in der letzten Woche des Jahres mehrjährige Höchststände erreichten.

Goldaktien testeten am 12. Dezember ebenfalls ihre Tiefstände der zweiten Jahreshälfte und holten wie physisches Gold bis Ende Dezember auf. Dabei stieg der NYSE Arca Gold Miners Index (1) (GDMNTR) in dem Monat um 4,6 %, während der MVIS Global Junior Gold Miners Index (2) (MVGDXJTR) 8,1 % zulegte.

Bitcoin und alte Kunst gefragt

Gold und Goldaktien entwickelten sich im Jahr 2017 gut. Der Goldpreis stieg um 150,78 Dollar pro Unze (13,1 %), der GDMNTR gewann 12,2 % hinzu und der MVGDXJTR machte 6,2 % gut. Dies waren bemerkenswerte Gewinne für einen Markt, auf dem die Anleger in der Regel wenig Interesse an Gold zeigten, sich dafür aber mit den neuen Rekorden am Aktienmarkt, mit Bitcoin und alter Kunst beschäftigten. Auch von den physischen Märkten erhielt Gold kaum Unterstützung, da die Nachfrage aus Indien nahe den Tiefständen von 2016 blieb und die chinesische Zentralbank auf den Kauf von Gold verzichtete. Die Widerstandsfähigkeit des Goldpreises war auf die weltweite Angst vor geopolitischem Risiko und geopolitischer Verunsicherung, die allgemeine Stärke des Rohstoffsektors und die unerwartete Schwäche des US-Dollars zurückzuführen.

Normalerweise schneiden Goldaktien besser ab als physisches Gold in einem positiven Goldmarkt. Nach einem starken Jahr 2016 (Zuwachs des GDMNTR um 55 %) war 2017 jedoch von einer Rückkehr zum Mittelwert (Mean Reversion) sowie von fehlender Spannung geprägt, den die Anleger anderswo suchten. Ein gutes Ergebnis und höhere Prognosen der Goldproduzenten reichten 2017 nicht aus, um nennenswertes Investoreninteresse zu wecken.

Wie es weitergeht

Alle Hoffnungen, Washington D. C. könne unter der Regierung der republikanischen Partei finanzpolitisches Verantwortungsbewusstsein demonstrieren, haben sich mittlerweile zerschlagen. Die neuen Steuervorschriften werden die USA voraussichtlich noch weiter verschulden. Manchen Meinungen zufolge, wird das durch Steuersenkungen geschaffene Wirtschaftswachstum wohl ein Plus an Staatseinnahmen bringen.

In einem kürzlich im Wall Street Journal erschienenen Artikel erklärte der ehemalige Direktor des Congressional Budget Office (CBO), Douglas Holtz-Eakin, seiner Meinung nach könne die Steuerpolitik die Kosten teilweise ausgleichen, sofern sie gut durchdacht sei. Wir sind der Ansicht, dass das neue Steuerrecht nicht ausgereift ist. Es ist fast so kompliziert wie das alte, höchst unbeliebt und enthält viele Bestimmungen, die nur bis zum Jahr 2025 gelten sollen. Die Steuererleichterungen für die Unternehmen kommen zu einer Zeit, in der die Gewinne hoch sind und kein Mangel an billigen Krediten besteht. Wenn Unternehmen bereit wären, höhere Investitionen zu leisten, dann hätten sie dies bereits getan. Stattdessen haben viele Firmen liquide Mittel verwendet, um Aktien zurückzukaufen und Dividenden auszuschütten.