Goldman Sachs: Wer oder was ist Givi?

Javier Rodriguez-Alarcon von Goldman Sachs Asset Management

Javier Rodriguez-Alarcon von Goldman Sachs Asset Management

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Der Autor des Gastbeitrages, Der Autor des Gastbeitrages, Javier Rodriguez-Alarcon, ist Kundenportfoliomanager bei Goldman Sachs Asset Management

Unter dem Eindruck der globalen Finanzkrise stellen viele Investoren ihre Anlagephilosophie auf den Prüfstand und ziehen neue Ansätze für ihre Asset Allocation und Risikobudgetierung in Betracht.

In dem Bestreben, Risiken ohne entsprechende Risikoprämie zu vermeiden und die Möglichkeit von Extremverlusten zu verringern, stellen sie bisher akzeptierte Überzeugungen zunehmend in Frage. Vor allem im Aktienbereich prüfen Anleger Alternativen zu mit der Marktkapitalisierung gewichteten Indizes und suchen nach Strategien, die innovativ, aber auch einfach und transparent sind.

Fehler im System

Unserer Meinung nach haben die üblichen, mit der Marktkapitalisierung gewichteten Indizes einen erheblichen Nachteil: Sie neigen zu einer Übergewichtung überbewerteter Vermögensgegenstände und zu einer Untergewichtung unterbewerteter Vermögensgegenstände.

Außerdem laufen Investoren wegen des in letzter Zeit bei indexbasierten Aktienprodukten beobachteten Wachstums Gefahr, dass sie identische oder sehr ähnliche Portfolios halten. Deshalb können in Marktkapitalisierungsindizes fließende Gelder themenbezogene Preisblasen weiter aufblähen, weil viele Investoren versuchen, identische Positionen aufzubauen.

Um einige der Beschränkungen zu überwinden, die auf der Marktkapitalisierung beruhende Strategien mit sich bringen, haben wir gemeinsam mit S&P Indices den Investmentansatz S&P Givi (Global Intrinsic Value Index) entwickelt.

Der S&P Givi verfolgt einen neuen, regelgebundenen Ansatz für Aktieninvestments mit dem Ziel, höhere risikobereinigte Renditen zu erwirtschaften als die üblichen Benchmark-Indizes für Aktien. Es mag zwar radikal erscheinen, sich von den allgemein akzeptierten Marktkapitalisierungsindizes zu verabschieden. Aber das war auch bei deren Einführung vor fast 40 Jahren der Fall.