Gordon Johnson Dieser Analyst wird von Solar-Firmen gehasst wie kein anderer

Gordon Johnson: Dieser Analyst wird von Solar-Firmen gehasst wie kein anderer | © pixabay.com

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„Jeder hasst mich“, sagt der New Yorker Analyst im Spaß. Er gesteht jedoch seinen Ruf als notorischer Pessimist der Solarbranche ein. Denn grundsätzlich sind die Analysten, die sich den Sektor ansehen, mit Blick auf die langfristigen Aussichten recht positiv eingestellt. „Unternehmen mögen mich nicht, weil ich ihre Aktien mit Verkaufen bewerte.“

Wie sich herausstellte, lag Johnson mit seiner Meinung über Solarcity, das im vergangenen Jahr von Tesla übernommen wurde, richtig. Das galt davor auch bei Sunedison, den inzwischen bankrotten Giganten für umweltfreundliche Energien. Er prognostizierte zudem Probleme bei Sunpower Jahre zuvor. Manchmal allerdings beschert ihm sein Pessimismus auch selbst Ärger, beispielsweise als er einst First Solar gegenüber zu lange negativ eingestellt blieb.

Trotz seiner grundsätzlich guten Erfolgsbilanz „neigen die Leute dazu, nicht auf ihn zu hören”, sagt Michael Morosi, Analyst bei Avondale Partners in Nashville. Dieser Tage hat Johnson nahezu alle Aktien, die er beobachtet, mit einem Verkaufsurteil versehen, darunter auch einige Titel aus der Stahlbranche.

US-Steuerreform wirkt belastend

Johnson glaubt, dass der neue US-Präsident Donald Trump - der sich im Wahlkampf gegenüber erneuerbaren Energien kritisch gezeigt hatte – versuchen könnte, Bundes-Zuschüsse für Solarenergie zurückzuziehen. „Das würde sich auf erneuerbare Energien stark negativ auswirken, besonders Solar“, sagt er. Eine Steuerreform würde ebenfalls belasten.

Investoren teilen offenbar seine Befürchtung. Der Bloomberg Global Large Solar Energy Index ist seit der Wahl von Trump bis zum vergangenen Freitag um rund 5,6 Prozent gefallen, während der breitere S&P 500 Index um 9,8 Prozent zulegen konnte.