Grafik des Tages Anleger ignorieren Realwertverlust durch Inflation

Die Mehrheit der Deutschen erwartet leicht steigende Preise in den kommenden sechs Monaten. Das geht aus dem aktuellen Anlegerbarometer der Fondsgesellschaft Union Investment hervor. Für diese Studie werden vierteljährlich 500 Finanzentscheider in privaten Haushalten in Deutschland befragt.

Demnach gehen nur sehr 3 Prozent der Anleger von einer starken Inflation im nächsten halben Jahr aus. Zum Vergleich: Im Vorquartal waren es noch 7 Prozent. 70 Prozent rechnen dagegen mit leicht steigenden Preisen (Vorquartal: 74 Prozent) und 25 Prozent glauben, dass die Preise stabil bleiben (Vorquartal: 18). 

Was schätzen Sie: Wie hoch ist die Inflationsrate in Deutschland im Moment?

Grafik: Union Investment; Quelle: Forsa 01/2018

Beim Schätzen der aktuellen Inflationsrate (1,4 Prozent im Februar) lagen nur 59 Prozent der Befragten mit einer Bandbreite zwischen 1 und 2 Prozent richtig. Jeder Dritte geht von einer aktuellen Teuerung von mehr als 2 Prozent aus. Weitere 6 Prozent glauben, dass die Preissteigerung die Prozentgrenze unterschreitet.

Eine Rolle spielen bei ihrer Inflationseinschätzung bei 63 Prozent der Sparer die Preise bei regelmäßigen Einkäufen im Supermarkt. Ähnlich wichtig sind die Immobilienpreise und die Höhe der Mieten (59 Prozent). Aber auch Medienberichte (45 Prozent) und Benzinpreise (43 Prozent) beeinflussen die Wahrnehmung. 

Welche der folgenden Aspekte sind entscheidend für Ihre Einschätzung der aktuellen Inflationsrate?

Grafik: Union Investment; Quelle: Forsa 01/2018

So unterschiedlich die Befragten die Höhe der Inflation einschätzen, so differenziert sehen sie auch ihre Auswirkungen auf die eigenen Ersparnisse. 46 Prozent sind überhaupt nicht besorgt, dass sich steigende Preise negativ auf ihr Vermögen auswirken. Genauso viele sind ein wenig besorgt und nur 6 Prozent sind aufgrund der Teuerung stark besorgt.

Vier von fünf Befragten geben an, dass sie steigende Preise nicht zum Anlass nehmen, ihre Geldanlagen anzupassen oder sich dazu beraten zu lassen. Nur 9 Prozent wollen von sich aus aktiv werden und Umschichtungen bei ihrem Vermögen vornehmen. 11 Prozent möchten ihren Bankberater um Rat fragen.

Werden Sie von sich aus aufgrund steigender Preise Umschichtungen bei Ihren Geldanlagen vornehmen, werden Sie Ihren Bankberater fragen oder werden Sie alles beim Alten belassen?

Grafik: Union Investment; Quelle: Forsa 01/2018

Angesichts der niedrigen Zinsen auf Erspartes unterschätzten die meisten Anleger den Einfluss der Inflation auf die reale Vermögensbildung, kommentiert Giovanni Gay, Geschäftsführer bei Union Investment, das Ergebnis der Befragung. „Denn viele Vermögen schrumpfen faktisch, weil sie an Kaufkraft verlieren.“