Grafik des Tages Italo-Bonds trotzen dem Wahlsieg der Populisten

Bei der Parlamentswahl vor einer Woche haben die Italiener populistischen Parteien zu einem stattlichen Sieg verholfen, auf Kosten der etablierten Mitte-Links- und Mitte-Rechts-Parteien. Die Anti-Establishment-Fünf-Sterne-Bewegung und Rechtsaußen-Partei „Lega“ schnitten gemeinsam um satte 9 Prozent besser ab als der unbereinigte Umfragedurchschnitt nahelegt hatte.

„In unserem Ausblick zu den Parlamentswahlen hatten wir genau so ein Szenario als recht plausibel beschrieben, angesichts der geringen Treffsicherheit italienischer Umfragen in der Vergangenheit“ , berichtet die Fondsgesellschaft Deutsche Asset Management. „Was sogar uns aber etwas überrascht hat war, wie schnell die Ruhe an den Märkten zurückkehrte.“

Innerhalb der vergangenen dreißig Tage hat der italienische Aktienmarkt in etwa genauso abgeschnitten wie der europäische. Gleichzeitig ist der Renditeabstand italienischer Regierungsanleihen im Vergleich zu Bundesanleihen bereits wieder geschrumpft. Sogar an Italiens Märkten ging es zuletzt mehr um die EZB-Geldpolitik und US-Zölle als um die Innenpolitik.

Volkswirtschaft entwickelt sich solide

„Das entspricht auch durchaus unseren Einschätzungen vor der italienischen Wahl und unserer Positionierung seither“, kommentiert die Deutsche Asset Management. „Die italienische Wirtschaft entwickelt sich solide und auch bei den Unternehmensgewinnen sieht es gut aus. Die Aussichten auf endlose Koalitionsgespräche sind allein noch kein Grund, Italien negativ zu sehen.“

Anleihen wandern in Hände der EZB:

Dank der Kaufprogramme der EZB befinden sich bereits 18 Prozent davon in Zentralbankhänden. Ausländische Anleger halten 35 und italienische Finanzdienstleister 41 Prozent. Auf sonstige italienische Anleger, wie etwa Haushalte, entfallen inzwischen nur noch 5 Prozent (Ende November 2017).Grafik: Deutsche Asset Management

Sowohl die Lega als auch die Fünf-Sterne-Bewegung äußerten sich schon vor der Wahl deutlich moderater zur Eurozonen-Mitgliedschaft Italiens. Und um wieviel die Staatschulden unter einer dieser beiden Parteien steigen könnten, muss sich auch erst zeigen. Zudem reduzierten die italienischen Haushalte im Laufe der vergangenen drei Jahrzehnte sukzessive ihre Bestände an heimischen Staatsanleihen (siehe Grafik oben).