Preise für Wohneigentum Wo die Immobilienfinanzierung am stärksten steigt

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Ulrich Gros, Immowelt

Die Wohnungspreise in Deutschland werden in den nächsten Jahren weiter steigen. Das zeigt die Kaufpreis-Prognose der Internetplattform Immowelt. Für sie wurden mehr als 1 Million online inserierte Angebote in den 14 größten deutschen Städten analysiert. Bis Ende 2020 liegt die Zunahme der Wohnraumpreise im Bundesdurchschnitt demnach bei 22 Prozent.

Doch wo ist der rasanteste Preisauftrieb zu erwarten? Dort, wo die Preise bereits sehr hoch liegen: Insbesondere Käufer in München können sich auf neue Rekord-Höhen einstellen, prognostizieren Immowelt-Analysten. Wohnungen verteuern sich demnach dort um 28 Prozent. Der Quadratmeterpreis liegt dann voraussichtlich über der Schwelle von 8.000 Euro.

Bruchteil der Preise vor einem Jahrzehnt

Bereits Ende dieses Jahres wird er bei 7.140 Euro liegen. Zurzeit zahlen Wohnungskäufer in der bayerischen Landeshauptstadt im Median 6.540 Euro pro Quadratmeter. Noch deutlicher werde laut Immowelt der Unterschied zu 2010: Damals kosteten Wohnungen 2.970 Euro pro Quadratmeter und damit einen Bruchteil der Preise mit denen 2020 zu rechnen ist.

Methodik: Für die Prognose der Kaufpreise in den 14 größten deutschen Städten wurde die Entwicklung folgender Parameter auf Grundlage des Basisjahres 2010 berücksichtigt: 1. Bevölkerungsentwicklung, woraus die Nachfrage abgeleitet wurde; 2. durchschnittlicher Zinssatz pro Quartal; 3. Verbraucherpreisindex; 4. Baupreisindex. Die Preise geben jeweils den mittleren Wert der Preise der zwischen 2010 und 2017 angebotenen Wohnungen wieder. Immowelt (PDF-Download)

Berücksichtigt wurde bei den Berechnungen ein durchschnittlicher Zinssatz von 1,68 Prozent für Wohnbaukredite in 2017 sowie die prognostizierten Entwicklungen des Verbraucher- beziehungsweise des Baupreisindexes. Ebenfalls berücksichtigt wurden erwartete Bevölkerungstrends, welche die Preise in den deutschen Großstädten weiter steigen lassen.

„Der Zuzug in die Ballungsräume nimmt weiter zu und somit erhöht sich die Nachfrage nach Wohnraum stetig“, erklärt Immowelt-Vorstand Ulrich Gros seine Prognose für die nächsten zwei Jahre. „Das Angebot an Immobilien wird dem großen Ansturm aber nicht gerecht.“ Hinzu komme, dass es keine Anzeichen für ein schnelles Ende der derzeitigen gebe.