Grafik zum Konjunkturzyklus Welche Anlageklasse wann am besten funktioniert

Sieht gute Wirtschaftsanalyse wieder im Kommen: Kapitalmarkt-Spezialist Didier Saint-Georges, Carmignac Gestion | © Pablo Monge Fernandez

Sieht gute Wirtschaftsanalyse wieder im Kommen: Kapitalmarkt-Spezialist Didier Saint-Georges, Carmignac Gestion Foto: Pablo Monge Fernandez

Irgendwie war es ja lange egal, wie und wohin die Wirtschaft lief. „Die richtige makroökonomische Diagnose war für aktives Management seit vielen Jahren nicht mehr so wichtig“, bedeutsame Erkenntnisse, die Finanzmarkt-Denker Didier Saint-Georges in seinem jüngsten Bericht beschreibt. Dabei lässt er keinen Zweifel: Über fast zehn Jahre bügelten Zentralbanken mit ihrer Geldpolitik (sprich: der Geldflut) den Konjunkturzyklus einfach platt.

Die Preise für Aktien, Anleihen und Immobilien zogen gleichermaßen enorm an. „Die Anleger achteten nicht mehr auf den wirtschaftlichen Wachstumszyklus, die Inflation, auch nicht auf die Bewertungen und die Risikokonzentration, da die Aufkäufe von Staatsschulden durch die Zentralbanken für den Preis von Finanzwerten ausschlaggebend waren“, schreibt Saint-Georges dazu.

Für den Manager eines flexiblen Mischfonds sind das nicht gerade Zeiten, um sich durch gute Leistungen hervorzutun. Der alte Börsenspruch „Die Flut hebt alle Boote“ war selten so präsent wie jetzt. Außer vielleicht für Volkswagen und die Deutsche Bank.

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Und nun? Nun treten die Effekte der Geldpolitik wieder in den Hintergrund und der Zustand der Wirtschaft zählt mehr. Und die dürfte laut Saint-Georges bald schwächeln:

Diesmal zeigen die „klassischen“ Symptome den Anlegern, dass das Ende des Zyklus naht. Diese Symptome waren in den letzten zehn Jahren kaum mehr zu beobachten, da die Zentralbanken die Märkte verzerrten. Nicht nur die Aktien zyklischer, verschuldeter Industrieunternehmen entwickelten sich seit Anfang des Jahres deutlich unterdurchschnittlich. Es entsteht Preisdruck und die Inflationserwartungen wurden von Ökonomen zumindest in den USA angehoben, was zu Spannungen an den Rentenmärkten geführt hat.

Demnach wären wir in der oben gezeigten Grafik zurzeit oben rechts. Das bestätigen auch die Inflationszahlen aus den USA (2,8 Prozent im Mai) und Eurozone (1,9 Prozent im Mai). Und das wiederum würde dafür sprechen, eine Portion Cash zu halten und in defensiven Aktien unterwegs zu sein.

In ihrem Flaggschiff-Mischfonds Carmignac Patrimoine (ISIN: FR0010135103) lässt die Carmignac-Truppe diese Einstellung im Ansatz schon durchblicken. Von Jahresbeginn bis Ende April stieg die Cash-Quote von 3,7 auf 7,6 Prozent. Der Aktienanteil liegt zwar immer noch enorm hoch, sank aber schon ein bisschen von 47,8 auf 46,0 Prozent.

Den gesamten Marktbericht „Carmignac’s Note“ können Sie hier lesen.