Gründe für Europa “Viele Unternehmen befinden sich in einer guten Ausgangsposition”

Obama auf seinem letzten Europa-Besuch als US-Präsident: Die wirtschaftlichen Aussichten für Europa sind trotz anstehender schwieriger Wahlen gut. | © Getty Images

Obama auf seinem letzten Europa-Besuch als US-Präsident: Die wirtschaftlichen Aussichten für Europa sind trotz anstehender schwieriger Wahlen gut. Foto: Getty Images

In Europa ist zum einen die Wirtschaft nunmehr stabiler und viele Länder weisen Anzeichen einer Verbesserung auf. Die Regierungen haben endlich Reformen eingeleitet, um die Wettbewerbsfähigkeit und das Wachstum zu steigern.

In der Vergangenheit waren die europäischen Aktienmärkte zwar volatil – der Trend verlief jedoch weitgehend aufwärts. Dies ist teilweise den außerordentlichen geldpolitischen Maßnahmen der Europäischen Zentralbank (EZB) zu verdanken, einschließlich von Zinssenkungen und umfangreichen quantitativen Lockerungsmaßnahmen.

Unternehmen sind offen für Geschäfte

Zum anderen hat die Privatwirtschaft seit der Finanzkrise ebenfalls zahlreiche Reformen durchgeführt. Kosteneinsparungen und Bilanzumstrukturierungen haben die Effizienz gesteigert. Daher sind viele Unternehmen in einer besseren Ausgangsposition, um eine überdurchschnittliche Performance zu erbringen, wenn die Umsätze wieder steigen. Zudem hat der Gewinnzyklus noch nicht erheblich aufgeholt – was bedeutet, dass hier weiteres Potenzial besteht.

Zahlreiche Unternehmen, die im Anschluss an die Krise ihre Dividenden reduziert und ihre Bilanzen umstrukturiert hatten, sind nunmehr in der Lage, ihre Dividenden zu erhöhen. In dem Sektor sind im Vergleich zu anderen Aktienmärkten die Bewertungen weiterhin attraktiv und auch der Bankensektor ist nach jahrelangem aufsichtsrechtlichem Druck ebenfalls in einer besseren Verfassung.

Politische Hürden möglich

Doch es gibt natürlich weiterhin Herausforderungen: So könnte das politische Klima Schocks verursachen. Dazu gehört unter anderem das bevorstehende Referendum über Verfassungsreformen in Italien, das von vielen als Vertrauensvotum in Bezug auf Premierminister Matteo Renzi angesehen wird.

In Deutschland, Frankreich und den Niederlanden stehen im nächsten Jahr Wahlen an – vor dem Hintergrund einer zunehmend EU-feindlichen Stimmung. Und auch die Auswirkungen des britischen Votums für einen Brexit sind noch nicht vollständig klar. Weiterhin wird befürchtet, dass die EZB Fehlentscheidungen treffen könnte.

Bottom-up-Ansatz: Ein Blick hinter die Kulissen

Innerhalb dieses Marktes verfolgen wir für unseren Continental European Equity Income Fonds einen aktienspezifischen Bottom-up-Ansatz. Dies ermöglicht uns ein umfassendes Verständnis von Geschäftsführung, Geschäftsmodellen, Bilanzen, Kapitalflussrechnungen und von der unternehmerischen Kapitalverwendung. So können wir ermitteln wo sich unserer Ansicht nach eine Anlage lohnt und Veränderungen identifizieren oder vorwegnehmen, falls diese vom Markt noch nicht eingepreist werden.

Es genügt nicht, nur auf das nächste Marktereignis oder auf die Tatsache zu achten, dass ein Unternehmen Dividenden zahlt. In der Tat ist es fragwürdig, wenn ein Unternehmen nicht in seine Zukunft investiert – oder nicht dazu in der Lage ist. Die Ausschüttung von Kapital schafft an sich keinen Wert, ganz gleich, ob es überschüssig ist oder nicht. Letztlich könnte es darauf hindeuten, dass das Unternehmen mit einem Schrumpfen rechnet.

Mit diesem Ansatz können wir außerdem unabhängig von Sektoren und Regionen überzeugende Ertragsgelegenheiten aufdecken. Aufgrund der Größe des Marktes steht eine Vielzahl von Unternehmen für eine Anlage zur Verfügung. Wir bevorzugen Unternehmen, die organisch (durch das Gewinnen von Marktanteilen), unorganisch (durch Fusionen und Übernahmen) oder durch Umstrukturierungen zur Kostensenkung Shareholder Value schaffen können.

Ein zyklusübergreifender Ansatz

Wir verwenden beim Continental European Income Fund einen Portfolioaufbauansatz, der auf drei unterschiedlichen Körben basiert. Damit können drei separate Renditequellen erfasst werden: hohe Dividenden, Dividendenwachstum und Dividendenerhöhungen. Somit können wir aus zahlreichen Gelegenheiten auswählen, was eine strukturelle Diversifizierung bietet und uns in verschiedenen Stadien des Anlagezyklus ein gutes Abschneiden ermöglicht.

Die Wertentwicklung des Fonds bestätigt diesen Prozess: Der Fonds hat seinen Referenzindex mit einem Periodenbeta von 0,82 seit seiner Auflegung vor sieben Jahren klar übertroffen und dabei eine historische annualisierte Bruttorendite von 4,8 Prozent erzielt (Quelle: Standard Life Investments November 2016).

Insgesamt bietet Kontinentaleuropa für ertragsorientierte Anleger also nach wie vor überzeugende Gelegenheiten. Die Volkswirtschaft erholt sich weiterhin, während sich die Lage der Unternehmen stetig verbessert.