„Handelsblatt Business-Monitor“: Wir glauben an Europa

Europa wird überleben - da sind sich Spitzenmanager einig.

Europa wird überleben - da sind sich Spitzenmanager einig.

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Heute geht es in Karlsruhe um die Rechtmäßigkeit der Rettungsschirme, gestern schielten alle auf die Zinsen, die Spanien für seine Anleihen zahlen muss. Dazu gab es in den letzten Wochen immer wieder schlechte Meldungen aus Spanien, Griechenland, Portugal und den restlichen Euroländern. Auf den ersten Blick scheint es schlimm um den Euro zu stehen. Doch diesen Pessimismus teilen nicht alle: Laut der Juni-Ausgabe des „Handelsblatt Business-Monitors“, den das Marktforschungsinstitut Forsa regelmäßig erstellt, stehen Spitzenmanager hinter Europa und glauben an die Rettung der Gemeinschaftswährung.

Der Euro wird überleben

Die überwältigende Mehrheit von 76 Prozent spricht sich für die Weiterführung der Eurozone in der jetzigen Form aus. 21 Prozent der Manager wollen einen Nord-Euro der solventen Staaten und nur 2 Prozent befürworten eine Rückkehr zu den alten Nationalwährungen.

Von diesem Wunsch getrieben, gehen 85 Prozent der Befragten davon aus, dass die Regierungschefs die Eurokrise lösen. Das sind zwar 7 Prozent weniger als im Januar, allerdings deutlich mehr als die 14 Prozent der Euroskeptiker, die ein Ende Europas vorhersehen. Allerdings sind die letzten Monate nicht spurlos an den Managern vorbeigegangen: Im Januar zweifelten nur 6 Prozent am Fortbestehen Europas.

Am meisten sorgen sich die Manager um die Auswirkungen der Krise auf die Wirtschaft: Diese Sorge führt die Kummerliste mit 36 Prozent vor der Sorge um die Stabilität des Euros (14 Prozent) an.

Eine europäische Bankenunion mit gemeinsamer Sicherung der Einlagen hält nur ein Drittel (36 Prozent) der Befragten für sinnvoll – fast zwei Drittel (58 Prozent) sind dagegen. Stattdessen fordern zwei Drittel der Befragten die Abwicklung von Krisenbanken, anstatt sie zu retten. Nur 27 Prozent der Manager halten die bisherige Lösung für vernünftig. Ebenfalls 63 Prozent der Manager wünschen, dass die Politik die Hilfen für Schuldenländer enger an Auflagen koppelt und überwacht. Ein Drittel findet die momentane Regelung in Ordnung und nur 3 Prozent wünschen sich eine Lockerung. Mehr als die Hälfte der befragten Manager meinen außerdem, dass die EU-Mitgliedsstaaten mehr Befugnisse an die Europäische Union abgeben sollten.

Über die Kostenfrage der Europarettung sind die befragten Spitzenmanager geteilter Meinung: Während 57 Prozent meinen, dass Deutschland im Vergleich zu anderen Ländern nicht zu stark belastet wird, sind 42 Prozent gegenteiliger Meinung.