Harte Währungen: Vom Euro zur Krone

Das Opernhaus in Norwegens Hauptstadt Oslo. Viele Investoren flüchten in die Norwegische Krone, da sie den Euro nicht mehr für sicher halten. Foto: Getty Images

Das Opernhaus in Norwegens Hauptstadt Oslo. Viele Investoren flüchten in die Norwegische Krone, da sie den Euro nicht mehr für sicher halten. Foto: Getty Images

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„Es gibt keinen perfekten Währungsraum“, sagt Frank Lipowski von Flossbach von Storch (FvS). „Wir suchen aber die relativ stärksten Währungen.“ Euro, US-Dollar, Yen und Britisches Pfund fallen für den Fondsmanager damit schon mal weg. „Das sind alles Weichwährungen, die früher oder später von Abwertung bedroht sind.“

Zusammen mit Thorsten Vetter managt Lipowski den FvS Bond Diversifikation. Der im August 2010 aufgelegte Rentenfonds ist der erste einer neuen Fondskategorie, die derzeit entsteht: Rentenfonds, die Anleihen in den genannten traditionellen Reservewährungen meiden. Sieben Stück sind inzwischen auf dem Markt, das Geschäft läuft: Der FvS Bond Diversifikation verwaltet bereits mehr als 502,4 Millionen Euro.

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Rein in den Russischen Rubel?

Trotz der gemeinsamen Flucht vor dem Gelduntergang – die Strategien der einzelnen Produkte sind sehr unterschiedlich. Beispiel Russland: Dort sind die FvS-Manager Vetter und Lipowski nicht investiert. Sie orientieren sich bei der Titelauswahl am hauseigenen Länder- Rating.

„Wir prüfen nicht nur die Rückzahlungsfähigkeit der Staaten, sondern auch die Rückzahlungswilligkeit“, erklärt Lipowski. Rein ökonomisch betrachtet liege Russland zwar ganz weit vorne: Wirtschaftswachstum von rund 4 Prozent pro Jahr, hohe Währungsreserven, geringe Staatsverschuldung, steigende Reallöhne, niedrige Arbeitslosenquote.

Und eine der wichtigsten Einflussgrößen für die Wirtschaftsentwicklung, der Ölpreis, steigt wieder. „Die Rechtssicherheit und damit die Rückzahlungswilligkeit lässt jedoch zu wünschen übrig“, so Lipowski. Die Korruptionsanfälligkeit im öffentlichen Sektor sei hoch, die Rechtssicherheit von Kreditnehmern und -gebern mager, der Anlegerschutz ebenfalls.

Die guten Wirtschaftsdaten könnten das nicht kompensieren. Lipowski: „Die Zweidimensionalität unseres Länder-Ratings sorgt dafür, dass sehr gute Werte in der einen Kategorie sehr schlechte Werte in der anderen Kategorie nicht vollständig kompensieren können.“