Hauptsache planbar So suchen die Manager des Mischfonds Profitlich-Schmidlin nach der Extra-Prämie

Marc Profitlich managt zusammen mit Nicolas Schmidlin den Profitlich-Schmidlin Fonds

Marc Profitlich managt zusammen mit Nicolas Schmidlin den Profitlich-Schmidlin Fonds

Das konnte ja keiner ahnen. Im März flattern dem britischen Test- und Zertifizierungsunternehmen Exova drei Übernahmeangebote auf den Tisch. Endlich. Denn so kann das Beteiligungsunternehmen CD&R seinen Restanteil von rund 54 Prozent elegant abstoßen. Es hat Exova vor drei Jahren an die Börse gebracht und hängt seitdem drin fest. Zum Verkaufen war der Aktienkurs lange Zeit zu niedrig, und es bot sich kein Käufer an. Doch jetzt gibt es Interessenten, der Kurs springt an. Um 13 Prozent an einem einzigen Tag.

5 Übernahmeangebote seit Januar 2014

Konnte doch. „CD&R war für einen Private-Equity-Investor ungewöhnlich lange nach dem Börsengang investiert. Deshalb gingen wir davon aus, dass CD&R einen Käufer sucht und ein Übernahmeangebot nur noch eine Frage der Zeit war“, sagt Marc Profitlich. Er ist Mitgründer der Fondsberatung Profitlich-Schmidlin und somit zusammen mit Nicolas Schmidlin verantwortlich für den gleichnamigen Mischfonds. Fünf derartige Übernahmeangebote verzeichnete das Duo, seit es den Fonds im Januar 2014 startete. Und jedes Mal gab’s ein dickes Plus, egal, was der Gesamtmarkt in dieser Zeit machte.

Der Fonds gehört zu jenen Vermögensverwalterfonds, die bislang prima Ergebnisse liefern. Zwar liegt er seit Auflegung ein bisschen hinter dem reinen Aktienmarkt, dafür schwankt er nur halb so stark.

Nur Sahnehäubchen 

Wobei Profitlich solche Situationen wie die Exova-Sache nur als Sahnehäubchen versteht. „Wir suchen nicht gezielt nach solchen Kandidaten, sondern nach Werttreibern. Ein Übernahmeangebot bestätigt aber, dass wir sie gefunden haben“, so der Fondsberater. Generell sieht er sich als Value-Investor, also als jemanden, der auf die Substanz achtet. „Wir wollen Unternehmen verstehen und die Erträge auf Sicht einiger Jahre abschätzen können“, sagt Profitlich. Die bewerte er dann und setze sie mit dem Aktienkurs ins Verhältnis. Unter einem Kursabschlag von 30 Prozent komme ein Kauf nicht infrage.

Diese Planbarkeit hält Profitlich von kurzlebigen Branchen wie Konsumelektronik (Nokia, Blackberry) fern und treibt ihn stattdessen in stabile Werte. Zum Beispiel in den Flugzeugturbinenhersteller Rolls Royce („Produktzyklen von 60 bis 70 Jahren“) und den spanischen Fahrstuhlhersteller Zardoya Otis („Regelmäßige, hoch profitable Wartung über Jahre hinweg“).

15 Aktien stecken normalerweise im Portfolio. Die Cashquote liegt bei 10 bis 15 Prozent. Der Rest sind Anleihen. Und hier geht es ebenfalls um einzeln ausgewählte Titel. Derzeit zum Beispiel um einige variabel verzinsliche Anleihen von Banken, die mit steigenden Zinsen mitlaufen.

Außerdem findet Profitlich Anleihen gut, die der Emittent vorzeitig zurückzahlen will – und dafür einen Aufschlag bietet. Das passiert, wenn Unternehmen fusionieren wollen, aber noch eine direkt besicherte Anleihe draußen ist. „So etwas steht den strategischen Interessen im Weg, also will man sie tilgen“, sagt Profitlich. Und dann gibt’s eine Prämie extra – egal, was der Markt macht.