Hello Frankfurt Was der Brexit für Immobilienmärkte und -Fonds bedeutet

Goodbye London, hello Frankfurt! Foto: Getty Images

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„Brexit ist Brexit“, hat die neu gewählte britische Premierministerin Theresa May gleich zu Beginn ihrer Amtszeit klargemacht. Ein Ausstieg vom Ausstieg aus der Europäischen Union (EU) kommt für sie nicht infrage. Bis Ende dieses Jahres soll der Antrag nach Paragraf 50 des EU-Vertrags eingereicht werden. Spätestens zwei Jahre danach müssen die Briten den EU-Binnenmarkt verlassen. Der von May ernannte Brexit-Minister David Davis muss sich nun überlegen, welche Deals er mit der EU machen will. Großbritannien wird zum Drittstaat, aber Drittstaaten gibt es in vielen Varianten: solche wie Norwegen, die stark in den Europäischen Wirtschaftsraum integriert sind, bis hin zu solchen wie Nordkorea, für die Sanktionen gelten. Eines ist allerdings recht unwahrscheinlich: dass die Verhandlungen so enden, wie es die Brexit-Anhänger gerne hätten, nämlich mit freiem Marktzugang bei Hoheit über die Gesetze und ohne für die Vorteile zahlen zu müssen.

Was bedeutet der Brexit für die Immobilienmärkte? Vor allem Banken könnten Tausende von Arbeitsplätzen aus London nach Dublin, Frankfurt, Luxemburg oder Paris verlagern, um in der EU-Regulierung zu bleiben. Es gibt Gerüchte, dass UBS, Morgan Stanley, HSBC und Goldman Sachs schon in den Startlöchern stehen. Frankfurt gilt dabei als absoluter Favorit (siehe auch Umfrage unten). „Einen Tag nach dem Referendum haben Londoner Banker vier der letzten sechs Wohnungen in unserem Projekt Twenty7even im Frankfurter Bahnhofsviertel reservieren lassen“, zitiert das „Handelsblatt“ Ralf Werner, den Niederlassungsleiter Frankfurt des Projektentwicklers Formart.

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Quelle: Ernst & Young Real Estate · Illustrationen: Leontura/iStock, JiSign/Fotolia

Drei der Reservierungen wurden inzwischen allerdings schon wieder storniert. Und ein Morgan-Stanley-Sprecher stellte klar, dass bisher noch kein einziger Mitarbeiter versetzt wurde. Noch sind die Koffer also nicht gepackt. „Aktuell ist die Situation noch relativ ruhig. Investoren und andere Teilnehmer der Immobilienbranche halten die Füße still und warten auf die nächsten politischen Entscheidungen“, sagt Carsten Ape, Vermietungschef von CBRE in Deutschland. Erst wenn mehr Klarheit herrsche, würden die allermeisten nächste konkrete Schritte umsetzen. In den kommenden Monaten erwartet Ape jedoch durchaus mehr Belebung und auch konkrete Entscheidungen.