High Yield Hochzinsanleihen: Wasserstellen in der Renditewüste?

Wagemut wird kaum noch belohnt: Das Zinsplus von High Yields gegenüber Anleihen von kreditwürdigen Emittenten ist in den zurückliegenden Monaten noch weiter geschrumpft. | © Bloomberg

Wagemut wird kaum noch belohnt: Das Zinsplus von High Yields gegenüber Anleihen von kreditwürdigen Emittenten ist in den zurückliegenden Monaten noch weiter geschrumpft. Foto: Bloomberg

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Tote Hose an der Zinsfront. Zuletzt waren es die Briten, die mit ihrem Brexit-Entscheid frische Gründe geliefert haben, noch länger Leitzinsen niedrig und Geldpolitik expansiv zu gestalten. Die Notenbanken sorgen dafür, dass neue Schulden ein Schnäppchen bleiben. Das begeistert Regierungen und Unternehmen, bringt aber erhebliche Nachteile für Anleger mit sich.

Viele Jahre haben sinkende Zinsen Anleiheinvestoren hohe Kursgewinne beschert. Angesichts von Zinsen nahe null und sogar darunter bieten Staatstitel und als solide eingeschätzte Bonds kaum noch Chancen auf Erträge. Die deutsche Bundesregierung versteigerte bereits zehnjährige Anleihen mit negativen Renditen. Besserung scheint kaum in Sicht: „Auf Sicht eines Jahres rechnen wir mit einem moderaten Renditeanstieg auf 0,3 Prozent, der in erster Linie leicht höheren Inflationsraten geschuldet sein wird“, heißt es etwa von den Researchern der DZ Bank.

Der Trend zu negativen Renditen hat inzwischen auch Unternehmensanleihen erfasst. Hauptverursacher ist aber-mals die Europäische Zentralbank. Seit Juni erwirbt sie im Rahmen ihres Kauf-programms auch Schuldscheine europäischer Firmen.

Das wirkt sich auf dem verglichen mit den USA kleinen und weniger liquiden Markt für Unternehmensanleihen besonders stark aus. Ende Juli rentierten zwei Drittel der im Bond-index Barclays Euro Aggregate Corporate gelisteten Titel lediglich zwischen 0 und einem Prozent. Knapp 15 Prozent lagen sogar schon unter der Nullmarke. Nicht einmal ein Fünftel bietet Investoren noch mehr als ein Prozent Zinsen.

Risikoaufschläge nehmen ab

Es existieren aber durchaus Wasserstellen in der Renditewüste: Bei Hochzinsanleihen, englisch High Yields, fallen die gebotenen Zinsen noch deutlich höher aus. US-amerikanische Hochprozenter beispielsweise bietet, Stand 29. August, 5,2 Prozent zusätzliche Entschädigung. Deswegen greifen Investoren beherzt zu.

Die auch Junk-Bonds genannten Anleihen stammen von Unternehmen, denen Rating-Agenturen nur eine mangelnde Bonität attestieren. Die Risikoaufschläge gegenüber als sicher geltenden Anleihen sind seit März dieses Jahres aber auch dort weit gesunken. Damals waren es noch mehr als 8 Prozent.