Hungerkrisen wie 2008 befürchtet Mifid II fördert Nahrungsmittelspekulation

Indische Bäuerin bei der Reisernte: Mifid II in seiner derzeitigen Form führt zu Hungerkrisen, befürchtet Brot für die Welt | © Brot für die Welt

Indische Bäuerin bei der Reisernte: Mifid II in seiner derzeitigen Form führt zu Hungerkrisen, befürchtet Brot für die Welt Foto: Brot für die Welt

Am Mittwoch stimmt das EU-Parlament über den Vorschlag der EU-Kommission zur Umsetzung der Finanzmarktrichtlinie Mifid II ab. Die Richtlinie enthält unter anderem Bestimmungen, die die exzessive Spekulation mit Nahrungsmitteln unterbinden sollen. Doch in der derzeitigen Form würden die Bestimmungen ihre Wirkung verfehlen, befürchtet das evangelische Hilfswerk Brot für die Welt.

Bereits drei Händler allein könnten den Finanzmarkt eines Nahrungsmittels kontrollieren

Brot für die Welt kritisiert vor allem das von der EU-Kommission vorgeschlagene Verfahren zu den Positionslimits, also den maximalen Anteilen, die Einzelpersonen oder Gruppen an einem Wertpapier zu einem bestimmten Zeitpunkt halten dürfen. Es erlaube nationalen Behörden weiterhin, sehr hohe und damit unwirksame Grenzwerte zu setzen, moniert die Hilfsorganisation.

Unter bestimmten Voraussetzungen seien Positionslimits in Höhe von bis zu 35 Prozent möglich. Das bedeute, dass ein einziger Händler am Ende des Termingeschäfts 35 Prozent des auf dem Markt lieferbaren Nahrungsmittels wie Weizen oder Mais halten könne. Damit könnten nur drei Händler allein den Finanzmarkt eines Nahrungsmittels kontrollieren.