Höhere Kosten Negativzins erreicht auch Derivate-Nutzer

Mario Draghi, Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB)

Mario Draghi, Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB)

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Futures und Swaps werden genutzt, um sich abzusichern oder zu spekulieren - mit Blick auf alles Mögliche, von deutschen Zinsen bis hin zu den Ölpreisen.

Um Verluste zu vermeiden, falls es bei der Gegenpartei eines Geschäfts zu einem Ausfall kommt, hinterlegen sie Sicherheiten wie Staatsanleihen oder Bargeld bei den Clearing-Häusern. In Europa befinden sich die größten in Frankfurt und London. Doch angesichts von deutschen und britischen Anleihe-Renditen, die sehr niedrig sind oder sogar im negativen Bereich liegen, verlieren Clearing-Kunden zeitweise Geld auf diese Anlagen.

Europas größte Clearing-Häuser werden betrieben von Unternehmen wie Deutsche Börse, Intercontinental Exchange und LCH, die mehrheitlich zur London Stock Exchange gehört. Sie alle haben in unterschiedlichem Umfang Kunden, die bei in Euro hinterlegten Sicherheiten derzeit Geld verlieren - wobei sie in der Vergangenheit in der Regel einen Ertrag erzielten.

Die Rendite zweijähriger deutscher Staatspapiere lag zuletzt bei minus -0,630 Prozent, die Benchmark Eonia bei minus 0,339 Prozent.

Während die Kosten bislang offenbar nicht den Handel oder die Sicherheits-Bestände ausbremsen, so sind sie doch ein Anzeichen dafür, dass die Geldpolitik möglicherweise ihre Grenzen erreicht - nachdem Zentralbanker wie Draghi die Zinsen gesenkt und eine große Summe an Aktiva aufgekauft haben, um die Wirtschaft in Gang zu bringen. Die ungewöhnlichen Kosten, um Bargeld bei Clearing-Häusern zu halten, legen den Schluss nahe, dass die Maßnahmen langsam ungewollte Konsequenzen nach sich ziehen.