Hohe Mittelzuflüsse Welchen Milliarden-Mischfonds droht die Schließung?

Ihre Meinung zu möglichen Schließungen bei Mischfonds äußerten unter anderem Hermann-Josef Hall, Vorstandsvorsitzender der Sauren Fonds-Research, Peter Badstöber, Leiter des Vertrieb von Pioneer-Fonds über die Hypovereinsbank, und Didier Saint-Georges, Mitglied des Investmentkomitees bei Carmignac (v.l.).

Ihre Meinung zu möglichen Schließungen bei Mischfonds äußerten unter anderem Hermann-Josef Hall, Vorstandsvorsitzender der Sauren Fonds-Research, Peter Badstöber, Leiter des Vertrieb von Pioneer-Fonds über die Hypovereinsbank, und Didier Saint-Georges, Mitglied des Investmentkomitees bei Carmignac (v.l.).

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Mischfonds sind in den vergangenen drei Jahren massiv neue Kundengelder zugeflossen. Während Aktien- und Rentenfonds ihren Bestand in dieser Zeit um jeweils ein Fünftel steigerten, schwoll das Volumen der Mischportfolios in dieser Zeit mehr als 60 Prozent an. Daher fragten wir die Anbieter, wie lange dieser Trend anhalten kann?

Insgesamt 35 Asset Manager haben wir gefragt, ab welchem Fondsvolumen ihre mindestens eine Milliarde Euro schweren Mischportfolios beziehungsweise vermögensverwaltende Fonds die Pforten für neue Kundengelder schließen.

Die meisten Anbieter hielten sich bezüglich ihrer Pläne hierzu sehr bedeckt: Jeweils etwa ein Dutzend machte wie zum Beispiel M&G keine näheren Angaben, schloss ein Fonds-Closing wie zum Beispiel Ethenea aus beziehungsweise erklärte, dass eine Schließung derzeit (noch) kein Thema sei. Nur ein einziger Unternehmensvertreter legte sich mit einer konkreten Volumenangabe fest, die etwa dem Doppelten des aktuellen Niveaus entspricht.



„Derzeit gibt es keine Pläne, die Ausgabe von Anteilen ab einem bestimmten Volumen einzustellen“, antwortete beispielsweise Union Investment. „Die Frage nach einer Begrenzung von Mittelzuflüssen stellt sich im aktuellen Umfeld nicht“, hieß es von Allianz Global Investors. Und ein Sprecher von Franklin Templeton erklärte: „Wir sind weit davon entfernt, an eine Schließung zu denken.“ Fast wortgleich antwortet Fidelity International und stellt fest: „Eine fixe Obergrenze des Volumens gibt es nicht.“

„Frage stellt sich derzeit nicht“
 
Auch nach Ansicht eines Deka-Sprechers auf unsere Anfrage zum mehr als 2 Milliarden Euro schweren Deka-Basisanlage A40 stellt sich die Frage nach einem Aufnahmestopp für den vermögensverwaltenden Dachfonds derzeit noch nicht: „Die Vielzahl an Publikumsfondsvehikeln in den berücksichtigten Asset-Klassen ermöglicht es, dem Vermögensmanagement eine ausreichend hohe Anzahl an Zielfonds in einzelnen Segmenten zu selektieren.“

Ein weiteres Argument für einen weiterhin unbeschränkten Zufluss in die Mischfonds sei eine globale Ausrichtung: „Da wir das Vermögen weltweit in verschiedene Anlageklassen investieren, steht uns ein sehr breites Investment-Universum zur Verfügung“, erklärt Peter Badstöber, der den Vertrieb von Pioneer-Fonds über die Hypovereinsbank leitet.

„Investition in hochliquide ETFs“

„Die Strategie wird dabei überwiegend durch die Investition in hochliquide ETFs umgesetzt“, so Badstöber zur Anlagestrategie der Fonds der Reihe HVB Vermögensdepot privat. „Deshalb lässt sich unser Investmentansatz auch mit einem hohen Fondsvolumen effizient realisieren.“ Eine Kapazitätsgrenze sei daher auch kein Thema.

„Was letztlich zählt, ist die Größe des Fonds im Bezug zu seiner Investmentstrategie“, kommentiert Didier Saint-Georges, Mitglied des Investmentkomitees der französischen Fondsgesellschaft Carmignac. „Bei einem gutlaufenden Fonds der Kategorie Small-Cap-Growth können Mittelzuflüsse gänzlich investiert werden.“

„Aber ab einem bestimmten Punkt wird der Fond nicht mehr in der Lage sein, ausreichend Opportunitäten am Markt zu finden, um das zur Verfügung stehende Kapital zu investieren“, so Saint-Georges weiter. „Zudem wird es mit weniger Opportunitäten immer schwerer, die gewünschte Performance zu erreichen.