Honorarberater „Den Banken geht’s allein um den eigenen Profit“

VDH-Geschäftsführer Dieter Rauch (rechts) bei einer Podiumsdiskussion im Rahmen der diesjährigen VDH Honorarberater-Konferenz in Kassel. | © VDH

VDH-Geschäftsführer Dieter Rauch (rechts) bei einer Podiumsdiskussion im Rahmen der diesjährigen VDH Honorarberater-Konferenz in Kassel. Foto: VDH

„Anhaltende Niedrigzinsphase, Negativzinsen, erodierende Margen, immer strengere Auflagen der Bankenaufsicht sowie weiter steigende Kosten - die Geldinstitute in Deutschland stehen massiv unter Druck“, beobachtet Dieter Rauch, Geschäftsführer beim Verbund Deutscher Honorarberater (VDH). Filialschließungen und Personalabbau zur Kostensenkung allein lösten die Probleme allerdings nicht.

„Maßgebliche Erträge lassen sich praktisch nur noch durch das Provisionsgeschäft erzielen, also durch den Verkauf von Versicherungen, Investmentfonds und Bausparverträgen“, ist Rauch überzeugt. Das Berufsbild der Bankberater verkomme daher immer mehr zu dem eines reinen Produktverkäufers. Außerdem zerstöre eine personelle Fluktuation in den Bankfilialen langfristige Kundenbindungen.

Ein weiterer Kritikpunkt des VDH-Chefs ist die geringe Berufserfahrung der in den meisten Fällen sehr jungen Bankangestellten. Das schließe neben Erfahrungen in der Finanzbranche auch allgemeine Lebenserfahrung aus. „Und dieser Berater soll einem Kunden aus der Generation 50 plus bei Themen wie Investments, Kapitalmärkte, private Vorsorge oder gar Erbschaft weiterhelfen?“, Rauch. „Das kann nicht funktionieren.“