HSBC-Marktausblick: "In Asien zeichnet sich ein Konjunkturaufschwung ab"

Chris Adams, Produktspezialist für Asien bei HSBC

Chris Adams, Produktspezialist für Asien bei HSBC

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China  

Der chinesische Aktienmarkt hat im Berichtsmonat leichte Kursgewinne verzeichnet. Die volkswirtschaftlichen Daten fielen besser als erwartet aus und belegten, dass sich die Konjunktur weiter erholt. Der Machtwechsel auf dem 18. Parteitag sorgte zudem bei den Investoren für mehr Klarheit.  

Rückblick

Die in Hongkong notierten chinesischen Aktien beendeten den Berichtsmonat unter deutlichen Kursschwankungen leicht im Plus. Nach der Wiederwahl von US-Präsident Barack Obama setzten die Märkte zunächst auf eine weitere geldpolitische Lockerung. Danach richtete sich die Aufmerksamkeit aber auf die Frage, wie der Haushaltsstreit in den USA gelöst werden kann.       
In China stand der Abschluss des 18. Parteitags der Kommunistischen Partei (KP) im Vordergrund - und damit der Machtwechsel zu KP-Chef Xi Jinping sowie mögliche Änderungen in der Wirtschaftspolitik. Die jüngsten Wirtschaftsdaten lieferten mehr Indizien dafür, dass die Konjunkturerholung anhält.  

Der MSCI China Index stieg im November um 1,8 Prozent. Die Kurs-Gewinn-Verhältnisse (KGV) lagen zum Monatsende bei 10,4 für 2012 und 9,4 für 2013. Die Bereiche Nichtbasiskonsum (+ 8,2 Prozent), Versorger (+ 6,2 Prozent) sowie Finanzwerte (+ 3,3 Prozent) schnitten am besten ab. Die schlechteste Entwicklung verzeichneten die Sektoren Gesundheit (-10 Prozent), Informationstechnik (- 4,2 Prozent) und Grundstoffe (- 0,5 Prozent).  

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Ausblick

Der 18. Parteitag der KP fand im November mit der Vorstellung der neuen Parteiführung seinen erfolgreichen Abschluss. Das trug dazu bei, die Unklarheit über den Machtwechsel zu beseitigen. Zudem gab es von volkswirtschaftlicher Seite unerwartet gute Nachrichten: Sowohl die Industrieproduktion,  als auch der Einkaufsmanagerindex sowie die Exporte entwickelten sich besser als erwartet.

Nach herrschender Meinung dürfte das Wirtschaftswachstum Chinas auf Jahresbasis seinen Tiefpunkt schon im dritten Quartal erreicht haben. Das Wachstum im kommenden Jahr dürfte daher nachhaltig bei über 7,5 Prozent liegen.  Auf Sektorenebene haben sich chinesische Immobilienaktien gut entwickelt, die Bewertungen sind aber nach wie vor günstig. Die geplanten zusätzlichen Investitionen in das Eisenbahnnetz wirkten sich positiv für Titel aus dem Bereich Eisenbahnbau aus.

Daher schätzen wir diese Aktien weiterhin. Der Sektor Nichtbasiskonsum schnitt ebenfalls gut ab; vor allem die Sparte Automobil entwickelte sich gut. Hier wiederum machten vor allem lokale Hersteller sowie bestimmte europäische Luxusmarken Boden gut. Die gute Nachfrage nach sportlichen Geländewagen (SUV) wirkte sich ebenfalls positiv auf unsere Autopositionen aus.  

Mit Blick nach vorne werden wir uns weiterhin auf die Themen Infrastruktur und Nichtbasiskonsum konzentrieren. Wir bevorzugen zudem Energieaktien aus speziellen Bereichen wie Dienstleister für die Ölförderung auf See und für Gaspipelines. Diese Firmen dürften vom langfristigen Wachstum der chinesischen Ölmultis und deren Investitionen profitieren.