Hüfners Wochenkommentar Die Zukunft der „Goldilocks“-Konjunktur

Martin Hüfner

Immer wieder fragen besorgte Anleger: Wie lange kann das mit dem Konjunkturaufschwung noch gehen? Er befindet sich jetzt schon in seinem siebten Jahr. Da müsste es doch eigentlich bald einen Umschwung geben. Das würde dann bedeuten, dass wir uns auch an den Börsen auf härtere Zeiten einstellen müssen.

Unter den Experten gibt es in dieser Frage, wenn ich es recht sehe, derzeit zwei "Schulen". Die einen sagen: Der Aufschwung hat gerade erst an Fahrt gewonnen. Er wird weiter gehen und im nächsten Jahr sogar noch kräftiger werden. Der Internationale Währungsfonds beispielsweise erwartet, dass sich das Wachstum der Weltwirtschaft 2018 noch einmal auf 3,6 % beschleunigt (nach 3,5 % im Jahr 2017). Die OECD rechnet sogar mit einem noch stärkeren Momentum.

Am Markt hört man aber auch andere Stimmen. Sie verweisen auf die verschlechterten Aussichten in den USA nach den Affären um den Präsidenten. Auch in China und Großbritannien verlangsamt sich das Wachstum. Die steigende Inflation nagt an der Kaufkraft der Verbraucher. Die Geldpolitik in Amerika wird restriktiver. Der Welthandel wird zunehmend durch protektionistische Eingriffe gebremst.

Erleben wir gerade eine zyklische Überhitzung?

Wachstumsraten der Idustrieländer

Quelle: IMF, gleitende Durchschnitte

Wer hat recht? Auf was müssen wir uns einstellen? Ich schlage mich hier auf die Seite der Optimisten. Es gibt fünf Gründe, weshalb der konjunkturelle Aufschwung noch nicht so schnell zu Ende geht und sicher noch das nächste Jahr hält.