Im Zeichen des Greenbacks Volkswirte über die Finanzmärkte 2015

Asoka Wöhrmann, Investmentchef der DeAWM

Asoka Wöhrmann, Investmentchef der DeAWM

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Mit seiner Prognose für 2014 lag er goldrichtig: Asoka Wöhrmann, Investmentchef der Deutschen Asset & Wealth Management (DeAWM). 2015 wird im Zeichen des US-Dollars stehen, die USA übernehmen die Führungsrolle in der Weltwirtschaft, während Europa noch eine Durststrecke bevorsteht, so die Prognose des Marktexperten für das kommende Jahr.

„Schon 2014 war das Jahr des Dollar und auch 2015 wird im Zeichen des Greenbacks stehen. Die Vorreiterrolle der USA im internationalen Konjunkturzyklus wird den Dollar antreiben, der auf eine längere Sicht hin sogar auf dem Weg zur Parität zum Euro ist.

Für Anleihen aus den Ländern mit höchster Bonität rechnen wir mit einem moderaten Anstieg der Renditen. Das Erfolgsrezept für Anleiheinvestoren wird sein, regionale Risikoprämien und Währungschancen gezielt zu nutzen. Relative Value ist dabei das Schlagwort. Währungen sind im kommenden Jahr eine elementare Komponente für den Gesamtertrag.

Die großen internationalen Währungsräume entwickeln sich in verschiedene Richtungen. Im kommenden Jahr wird sich diese Entkopplung noch verstärken. Die Zentralbanken reagieren unterschiedlich auf die Wirtschaftsdynamik ihrer Märkte. Während in den USA und in Großbritannien die geldpolitischen Zügel angezogen werden dürften, stehen in der Eurozone und in Japan die Zeichen auf eine Fortsetzung der ultralockeren und unkonventionellen Geldpolitik. So dürfte die EZB mit Anleihekäufen für Impulse in Europa sorgen. Quantitative Easing (QE) hat sich bisher als Treiber für steigende Aktienkurse sowie Immobilien- und Anleihepreise erwiesen – und wird dies auch 2015 tun.

Weltwirtschaft


Die USA werden im Jahr 2015 die Führungsrolle im weltwirtschaftlichen Zyklus übernehmen. Positiv sehen wir in Europa, dass sich die wirtschaftliche Dynamik in den ehemaligen Krisenländern wieder beschleunigt. Das ist ein Zeichen, dass die Strukturreformen in den Peripherieländern greifen. Aber noch ist der Kontinent wirtschaftlich auf einer Durststrecke.

Für den deutschen Leitindex gehen wir auf Zwölfmonatssicht von 10.400 Punkten aus. Allerdings wird die grundsätzliche Aufwärtsbewegung sehr volatil sein. Auch 11.000 Punkte und mehr sind zwischenzeitlich möglich. Zudem gilt: Während in den USA die Rekordgewinne der Unternehmen mit immer neuen Rekordständen an den Börsen gefeiert werden, hat sich der DAX bisher erst zaghaft an seinen bisherigen Höchststand herangepirscht.“