Immobilienmarkt Deutschland Finanzaufsicht soll bei Blasengefahr stärker eingreifen

Nicht nur Luxusimmobilien werden in Deutschland immer teurer. | © Chris Good

Nicht nur Luxusimmobilien werden in Deutschland immer teurer. Foto: Chris Good

Um bei einer drohenden Immobilienblase schnell eingreifen zu können, soll die deutsche Finanzaufsicht zusätzliche Instrumente erhalten, berichtet aktuell die Nachrichtenagentur dpa-AFX. Demnach verabschiedete das Kabinett in seiner letzten Sitzung vor den Feiertagen neben Änderungen an der umstrittenen Umsetzung der EU-Wohnimmobilienkreditrichtlinie, Familien und Senioren den Zugang zum Wohneigentum wieder erleichtern sollen, auch höhere Hürden für neue Kredite für Wohnimmobilien ermöglicht.

Bei Blasengefahr soll eine Obergrenze für das Verhältnis zwischen Darlehenshöhe und Immobilienwert eingeführt werden können, um den Anteil der Fremdfinanzierung zu deckeln. Eine weitere Obergrenze bezieht sich auf das verfügbare Einkommen des Darlehensnehmers. Außerdem ist eine Frist geplant, in der die Kreditsumme zumindest zu einem bestimmten Teil abgezahlt sein muss.

Neue Eingriffsmöglichkeiten geplant

Als weitere Eingriffsmöglichkeiten sind eine Untergrenze für die Mindesttilgung oder ein Limit für das Verhältnis zwischen Gesamtverschuldung und Einkommen eines Kreditnehmers. Für Kleinkredite soll es allerdings eine Bagatellgrenze gelten. Ebenso sollen Darlehen für Renovierungen, Anschlussfinanzierungen, der soziale Wohnungsbau sowie bereits bestehende Kredite von den Regeln erfasst werden.

„Die Instrumente werden in der aktuellen Lage rein vorsorglich geschaffen, um für den Gefahrenfall das geeignete Instrumentarium für ein schnelles und zielgerichtetes Handeln der Aufsicht zur Verfügung zu stellen“, betont die Bundesregierung. " Die Instrumente würden „erst eingesetzt, wenn und soweit dies erforderlich erscheint, um einer Störung der Funktionsfähigkeit des inländischen Finanzsystems oder einer Gefährdung der Finanzstabilität im Inland entgegenzuwirken“.