Immobilienmarkt „Überhitzung strahlt in Speckgürtel der Metropolen aus“

Die Teilnehmer der Diskussionsrunde von links: Thomas Hegel von LEG Immobilien, Kruno Crepulja von Instone Real Estate, Thomas Meyer von Wertgrund Immobilien, Redakteurin Astrid Lipsky, Tobias Just von der Irebs Immobilienakademie und Konstantin Kortmann von JLL.

Die Teilnehmer der Diskussionsrunde von links: Thomas Hegel von LEG Immobilien, Kruno Crepulja von Instone Real Estate, Thomas Meyer von Wertgrund Immobilien, Redakteurin Astrid Lipsky, Tobias Just von der Irebs Immobilienakademie und Konstantin Kortmann von JLL.

DAS INVESTMENT: Seit rund acht Jahren steigen Preise und Mieten auf dem deutschen Wohnungsmarkt. Ist das eine Blase, die zu platzen droht?

Tobias Just: Wir sind in einer späten Phase eines Aufschwungs. Wenn man die üblichen Kennzahlen nach Überhitzungen durchgeht, also Preis-Einkommen- oder Preis-Miet-Verhältnis, findet man aktuell zwar durchaus auch überbewertete Märkte. Aber sie sind eher die Ausnahme.

Thomas Hegel: Vor allem in Städten wie Berlin oder München sehen wir eine Überhitzung. Teilweise strahlt das auch in die Speckgürtel der Metropolen aus. Von einer Blase würde ich aber auch nicht sprechen.

Thomas Meyer: Wir haben in einigen Regionen und Teillagen der Metropolen definitiv ein Preisplateau erreicht. Die Renditen, die man dort mit den aktuellen Mieten noch erzielen kann, sind eigentlich nicht mehr messbar. Da sind wir am Ende der Leidensfähigkeit der Investoren angekommen.

Kruno Crepulja: Auch wir sehen in den Metropolregionen keine Blase. Die Nachfrage nach Wohnimmobilien ist mittelfristig stabil. Zuzug, niedrige Leerstandsquoten und gute Wirtschaftsentwicklung gepaart mit einem niedrigen Angebot und begrenzten alternativen Investmentmöglichkeiten werden den Druck im Markt weiter hoch halten. Außerdem ist die Leistbarkeit von Wohnraum in Deutschland im Vergleich zu anderen westeuropäischen Ländern nach wie vor auf einem sehr guten Niveau. Die Preissteigerungen der Vergangenheit sind im Wesentlichen Nachholeffekte.

Konstantin Kortmann: Es überlagern sich derzeit zwei große Zyklen. Zum einen ist in der Vergangenheit deutlich zu wenig gebaut worden, insbesondere in den großen Ballungsräumen. Dort ist aber gleichzeitig anhaltend hoher Zuzug zu beobachten. Der zweite Treiber sind die im historischen Vergleich extrem niedrigen Zinsen.