„In Trump we trust“ Darum setzt Flossbach von Storch weiterhin auf Gold

Kurt von Storch (li.) und Bert Flossbach, Chefs und Gründer der Vermögensverwaltung Flossbach von Storch | © Chr. Scholtysik und P. Hipp / Jürgen Bindrim

Kurt von Storch (li.) und Bert Flossbach, Chefs und Gründer der Vermögensverwaltung Flossbach von Storch Foto: Chr. Scholtysik und P. Hipp / Jürgen Bindrim

Von dem Tag der US-Präsidentenwahl bis Mitte Dezember gab der Goldpreis um 12 Prozent nach. Das gelbe Edelmetall sei der größte Verlierer der US-Wahl gewesen, erklären Bert Flossbach und Kurt von Storch, Chefs und Gründer der Kölner Vermögensverwaltung Flossbach von Storch, in ihrem Jahresbericht.

Die Hauptschuldigen am Goldpreis-Verfall dürften die US-Investoren sein, die nach der Trump-Wahl mit steigendem Wirtschaftswachstum und höheren Zinsen rechneten und ihre spekulativen Gold-Positionen aufgaben. Seit dem 9. November habe der größte börsengehandelte Goldfonds der Welt, der SPDR Gold Shares ETF, Abflüsse im Gegenwert von 150 Tonnen erlitten, berichten die Vermögensverwalter. „Statt in gold we trust heißt es für viele Amerikaner offenbar in Trump we trust“.

"Nachfrage in anderen Teilen der Welt hat die ETF-Verkäufe überkompensiert“

Ist es nun Zeit, die Goldpositionen erheblich zu reduzieren? Nicht für Flossbach und von Storch. Anleger in anderen Regionen stünden dem gelben Edelmetall gar nicht so skeptisch gegenüber wie die Amerikaner, erklären die beiden Experten. Schließlich habe der Goldpreis seit seinem Tiefstand am 15. Dezember bis heute wieder um 6 Prozent zugelegt - und das, obwohl Investoren in diesem Zeitraum knapp 40 Tonnen Gold aus den Gold-ETFs abgezogen hätten. „Offensichtlich ist die Nachfrage in anderen Teilen der Welt zuletzt wieder angezogen und hat die Verkäufe der ETFs überkompensiert“, so die Flossbach-von-Storch-Gründer.

Auch kurz- und mittelfristig erwarten die Vermögensverwalter ein günstiges Marktumfeld für Gold. Schließlich dürften die Zinsen in Europa und Japan weiterhin niedrig bleiben, schreiben sie. Auch das Zinserhöhungspotenzial in den USA sei begrenzt. Außerdem könnten sich mit dem Einzug von Donald Trump ins Weiße Haus neue politische Risiken ergeben.

„Wir halten an unserer Goldposition fest“, erklären die Vermögensverwalter. Ende Oktober lag der Goldanteil im Flossbach von Storch Multiple Opportunities, dem Flaggschiff-Mischfonds der Gesellschaft, bei 13,3 Prozent. Maximal können die Fondsmanager bis zu einem Viertel des Portfolios in gelbem Edelmetall halten.