Index ETFs Worauf Anleger achten sollten

Ankunftsbereich des Europa-Gebäudes im Rat der Europäischen Union in Brüssel. Mit Europa-ETFs können Anleger praktisch und kostengünstig in Aktien investieren | © Getty Images

Ankunftsbereich des Europa-Gebäudes im Rat der Europäischen Union in Brüssel. Mit Europa-ETFs können Anleger praktisch und kostengünstig in Aktien investieren Foto: Getty Images

Passive Anlagen sind eine praktische und kostengünstige Möglichkeit, um in große Indizes zu investieren, welche die Entwicklung der breiten Märkte und von namhaften Unternehmen, auch Blue-Chips genannt, abbilden – sei es über ETFs, Indexfonds oder Mandate. Um den richtigen Benchmarkindex zu ermitteln, sollten Anleger die unterschiedlichen Merkmale berücksichtigen.

1. Worin unterscheiden sich die verschiedenen Indizes voneinander?

Betrachten wir dazu zwei beliebte Benchmarks für Aktien der Eurozone – den MSCI EMU und den EURO STOXX 50. Der MSCI EMU ist ein breiter Marktindex. Er vereint in sich die MSCI-Indizes für einzelne Länder der Eurozone. Er bildet daher den Markt gut ab und bietet eine gute Diversifikation. Der EURO STOXX 50 hingegen ist ein Blue-Chip-Index, der die Aktien der 50 größten Unternehmen in der Eurozone enthält.

Die Indizes unterscheiden sich in Bezug auf ihre jeweilige Marktabdeckung. Der MSCI EMU deckt beständig 85 Prozent der Gesamtkapitalisierung des Marktes ab. Die Marktabdeckung des EURO STOXX 50 von jener des MSCI EMU ist indes von 80 Prozent im Jahr 2000 auf 54 Prozent im Jahr 2017 gesunken.

Fazit: Anleger, die sich zwischen einem breiten Marktindex und einem Blue-Chip-Index entscheiden wollen, sollten bei ihrer Anlageentscheidung die unterschiedlichen Merkmale genau beachten.

2. Wie unterscheiden sich die beiden Indizes für die Eurozone bei der Marktabdeckung?

Der EURO STOXX 50 ist heute weniger repräsentativ, was am zunehmenden Gewicht der Mid-Cap-Aktien liegt. Darüber hinaus dürften die 50 größten Werte weiter an Bedeutung verlieren, da ihr Anteil an der Gesamtzahl der börsennotierten Unternehmen immer weiter schrumpfen wird.

Die Indizes weisen unterschiedliche Länder- und Sektorallokationen auf, was Einfluss auf die Wertentwicklung haben könnte. Beispielsweise sind im MSCI EMU Deutschland und Frankreich im Vergleich zum EURO STOXX 50 rund vier Prozent untergewichtet. Außerdem ist im MSCI EMU die Sektorzugehörigkeit der einzelnen Aktien irrelevant.

Fazit: Die Zahl der in den Indizes enthaltenen Werte spiegelt auch den Grad der Diversifikation wider – das wirkt sich direkt auf die Wertentwicklung des Index aus. Auf der Ebene der Eurozone schneidet der breite Marktindex besser ab als der Blue-Chip-Index. Auch auf der Länderebene liegt der breite Marktindex häufig vorn.

3. Welche Indizes entwickeln sich auf Ebene der einzelnen Länder am besten?

Der Vergleich der beiden beliebten Benchmarks für Aktien der Eurozone – MSCI EMU und EURO STOXX 50 – macht die Unterschiede bei der Performance deutlich. Entsprechend der Annahme, dass kleine Unternehmen häufig höhere Renditen bieten, hat der MSCI EMU den EURO STOXX 50 seit Januar 1999 annualisiert um 80 Basispunkte pro Jahr übertroffen.

Doch wie schneiden breite Marktindizes in den einzelnen Ländern der Eurozone im Vergleich zu Blue-Chip-Indizes ab?

UBS ETF hat die Renditeunterschiede über fünf wichtige europäische Märkte hinweg ausgewertet. In den meisten Fällen haben die breiten Marktindizes von MSCI die regionalen Blue-Chip-Indizes übertroffen.

Der Vergleich des MSCI Switzerland mit dem SMI zeigt, dass der größte Renditeunterschied auf Landesebene mit 20 Basispunkten pro Jahr von Januar 1999 bis März 2017 in der Schweiz bestand. Im selben Zeitraum hat sich auch der MSCI Spain 18 Basispunkte pro Jahr besser entwickelt als der Ibex. In Deutschland und Großbritannien fiel die Outperformance weniger deutlich aus, und in Frankreich schnitt der CAC 40 geringfügig besser ab als der MSCI France.

Fazit: Auf Ebene der Eurozone lässt der MSCI EMU den Blue-Chip-Index EURO STOXX 50 seit 1999 hinter sich. Die breiten MSCI-Marktindizes entwickeln sich nicht in allen Ländern besser, schneiden aber in den meisten Märkten im Vergleich zu den Blue-Chip-Indizes gut ab.

Hinweis:

Anleger sollten sich bewusst sein, dass die Wertentwicklung in der Vergangenheit kein verlässlicher Indikator für die künftige Wertentwicklung ist.