Inflation zieht an EZB lässt Bondkaufprogramm unverändert

EZB-Gebäude im Hintergrund. | © Getty Images

EZB-Gebäude im Hintergrund. Foto: Getty Images

Der Rat bestätigte seine Entscheidung vom Dezember, die Aktiva-Käufe ab April auf 60 Milliarden Euro pro Monat zu reduzieren, von derzeit 80 Milliarden Euro. Die Währungshüter ließen auch den Hauptrefinanzierungssatz bei Null und den Einlagensatz bei minus 0,4 Prozent, wie von sämtlichen Ökonomen in einer Bloomberg-Umfrage prognostiziert. EZB-Präsident Mario Draghi wird seine Einschätzung der Euroraum-Konjunktur ab 14.30 Uhr auf einer Pressekonferenz in Frankfurt erläutern.

Die erste geldpolitische Entscheidung im Jahr 2017 kommt sechs Wochen nachdem Draghi die Deflationsgefahr für fast gebannt erklärte. Die Teuerungsrate in der Währungsunion beginnt anzuziehen, nachdem sie fast vier Jahre unter dem EZB-Ziel lag. Als Anzeichen für einen allmählichen Stimmungswandel war die Äußerung von EZB-Direktoriumsmitglied Benoît Coeuré im vergangenen Monat zu werten, dass sich die Balance von Aufwärts- und Abwärtsrisiken für die Inflation verschiebe.

Im Dezember sind die Verbraucherpreise im Euroraum mit einer Jahresrate von 1,1 Prozent gestiegen - mehr als doppelt so stark wie im November und die größte Zunahme seit 2013. Dennoch liegt die Inflationsrate weiterhin deutlich unter zwei Prozent. Auch haben die Notenbanker darauf verwiesen, dass der Anstieg größtenteils auf die Ölpreisentwicklung zurückgeht. Die Kerninflationsrate ist nur leicht auf 0,9 Prozent gestiegen und zeigt nach wie vor keinen überzeugenden Aufwärtstrend.