Innovation - Wachstum durch Mehrwert

(Foto: Fotolia)

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Was sind Innovationen? Was treibt – aus der Vogelperspektive betrachtet – Innovationen an? Im ersten Teil unseres Beitrags zum Thema Innovation werden die langfristigen Wachstumsimpulse durch Innovationen zunächst auf volkswirtschaftlicher (Makro-) Ebene beleuchtet, um im zweiten Teil auf die betriebswirtschaftliche (Mikro-) Ebene näher einzugehen, und um abschließend aufzuzeigen, welche Investment-Chancen sich für Anleger daraus ergeben. Volkswirtschaften: Wohlstand durch Innovationen Die Schlüsselwörter technologischer Fortschritt bzw. Wandel sind eng verknüpft mit dem Begriff Innovation. Innovation heißt wörtlich „Neuerung“ oder „Erneuerung“. Im Deutschen steht Innovation für neue Ideen und Erfindungen bzw. deren wirtschaftliche Umsetzung. Das bedeutet, aus Ideen handelbare Mehrwerte zu schaffen und folglich Wachstum zu generieren. Das Alte auf eine neue Weise tun – das ist Innovation. Der österreichische Ökonom Joseph Schumpeter spricht in diesem Zusammenhang von der „kreativen Zerstörung“: Das heißt alte Unternehmen und Branchen gehen unter, während neue entstehen. Arbeitsplätze werden vernichtet, zugleich aber auch neu geschaffen. Die Quintessenz: Neue Produkte (Produktinnovationen) und verbesserte Prozesse (Prozessinnovationen) führen zu mehr Wirtschaftswachstum. Nicht die Größe, sondern die Kreativität eines Unternehmens entscheidet über die Wahrscheinlichkeit, dass neue Arbeitsplätze geschaffen werden. Neue Technologien haben in der Vergangenheit zum Teil größere Entwicklungsschübe ausgelöst, vom Beginn der Industrialisierung durch die Erfindung der Dampfmaschine bis hin zum heutigen Zeitalter der internationalen Vernetzung durch mobile Kommunikation und Internet. Über den nächsten langfristigen Innovationszyklus besteht noch keine Einigkeit. Werden die dominierenden Themen Gesundheit und Bildung sein? Oder wird es doch eher um Molekulartechnik sowie die  Basisinnovationen Nanorobotik und Quantencomputer gehen? Forschungs- und Entwicklungsarbeit und sind daher nicht alltäglich. Bis neue Technologien entsprechend der Gänze ihres Potenzials zum Einsatz kommen, vergehen oft Jahre. Am Beispiel des Internets zeigt sich aber auch, dass manchmal in bereits relativ kurzer Zeit durch neue Technologien ganze Industriezweige entstehen, die schnell wachsen, in denen viele Arbeitsplätze geschaffen werden und die einen entsprechend großen Anteil an der Wertschöpfung einnehmen. Das Gros der Innovationen, die in der Summe kontinuierliche Wachstumsimpulse liefern, bildet die Gruppe der inkrementellen Erneuerungen (so genannte „secondary innovations“). Hierbei wird zwar nicht das Rad neu erfunden, aber dennoch schaffen sie durch verbesserte Prozesse oder neue Produkteigenschaften einen Mehrwert für die Unternehmen und Kunden. Um einen in Joseph Schumpeters Worten „permanenten Wandel“ herbeizuführen, bedarf es dabei vor allem innovationsfreundlicher Rahmenbedingungen. Die Kondratieff-Zyklen
Nicht jede Schwankung im Wachstumsverlauf ist eine Konjunktur. Genau genommen wird der langfristige Wachstumspfad von mehreren Zyklen überlagert: kurzen und langen. Neben den aus dem Alltag eher bekannten Konjunkturzyklen, die in der Regel eine Dauer von vier bis zehn Jahren aufweisen, lassen sich auch wesentlich längere Schwankungen, so genannte Kondratieff-Zyklen, ausmachen. In der Regel werden revolutionäre Fortschritte im Produktionsprozess für diese Schwankungen verantwortlich gemacht. Die Einführung der Dampfmaschine in den Produktionsprozess Ende des achtzehnten Jahrhunderts ist ein klassisches Beispiel für solche Umbrüche. Bis Dampf als Antriebsmittel vollständig etabliert war und sogar in Bahnen und Schiffen verwendet werden konnte, vergingen rund 70 Jahre (ca. 1780-1850).