Institutionelle Investoren Für deutsche Anleger hat Verlustvermeidung oberste Priorität

Alexander Schindler ist im Vorstand von Union Investment für das institutionelle Kundengeschäft zuständig.

Alexander Schindler ist im Vorstand von Union Investment für das institutionelle Kundengeschäft zuständig.

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Verluste zu vermeiden hat für 75 Prozent der Großanleger oberste Priorität. Das ergab die aktuelle Risikomanagement-Studie der Fondsgesellschaft Union Investment, für die 212 institutionelle Investoren in acht europäischen Ländern nach ihren Anlagepräferenzen befragt wurden. 

Am höchsten ist die Verlustaversion in Deutschland, wo sich 82 Prozent der Befragten entsprechend äußerten. Es folgen die Schweiz (75 Prozent) und die nordischen Staaten Dänemark, Schweden, Finnland, Norwegen (69 Prozent). Am wenigsten wichtig ist die Vermeidung von Verlusten hingegen für Investoren aus den Niederlanden (62 Prozent) und Großbritannien (61 Prozent).

Anleger passen sich Investment-Realität an

Deutsche Großanleger messen der Sicherheit der Kapitalanlage im europäischen Vergleich damit klar den höchsten Stellenwert bei. Allerdings ist ihre Risikoaversion gegenüber dem Vorjahr um 7 Prozentpunkte zurückgegangen.

„Viele institutionelle Anleger in Deutschland überdenken offenbar ihre Kapitalanlage und passen sie stärker an die Investmentrealität an“, kommentiert Alexander Schindler, der im Vorstand von Union Investment für das institutionelle Kundengeschäft zuständig ist. „Aufgrund des Ertragsdilemmas steigen zahlreiche Investoren die Risikoleiter weiter hoch.“ 

Ziel: Mindest-Renditen nicht unterschreiten

Dieser Trend zeige sich auch mit Blick auf das Ziel, bestimmte Mindestrenditen keinesfalls zu unterschreiten. Diese Präferenz, die gegebenenfalls mit erhöhten Anlagerisiken einhergeht, wurde von 41 Prozent der deutschen Investoren als wichtig eingestuft. Zum Vergleich: Im Vorjahr gaben dies 37 Prozent an.

Damit nähern sich die deutschen Großanleger dem Durchschnittswert aller befragten europäischen Anleger von 47 Prozent. Als Gegenpol erweisen sich in dieser Frage einmal mehr die Investoren in den Niederlanden und Großbritannien. Hier gaben 62 beziehungsweise 65 Prozent der Befragten an, dass die Erzielung von Mindestrenditen für sie eine hohe Priorität hat. In den nordeuropäischen Staaten sagten dies 50 Prozent und in der Schweiz 40 Prozent der Großanleger.