Interessenskonflikte? Deutsche Bank prüft persönliche Trades von Mitarbeitern

Passanten laufen an einer Deutsche Bank-Filiale vorbei. Die Bank prüft derzeitig Verdächte auf illegale interne Mitarbeiter-Trades. Foto: Getty Images

Passanten laufen an einer Deutsche Bank-Filiale vorbei. Die Bank prüft derzeitig Verdächte auf illegale interne Mitarbeiter-Trades. Foto: Getty Images

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Untersucht werde eine Transaktion, bei der es nicht akzeptable Interessenskonflikte gegeben haben dürfte, teilte die Bank mit, ohne betroffene derzeitige oder ehemalige Mitarbeiter zu nennen. Wo dies angemessen sei, würden disziplinarische Maßnahmen ergriffen, und die Bank werde ihre Kontrollen überprüfen, um das Wiederholungsrisiko zu minimieren, hieß es weiter.

Die interne Untersuchung konzentriere sich auf Geschäfte, mit denen die Deutsche Bank 2009 von Preisdifferenzen zwischen Anleiheindizes und den zugrunde liegenden Papieren profitieren wollte, berichtete eine informierte Person. Demnach hätten sechs Mitarbeiter über ihre persönlichen Konten daran partizipiert, neben einem externen Hedgefonds. Die Bank habe im vergangenen Jahr Untersuchungen zu diesen Transaktionen aufgenommen, so die informierte Person.

Enorme Summen entsprangen den privaten Trades

Interne Prüfer schätzten, dass die derzeitigen und ehemaligen Mitarbeiter etwa 37 Millionen Dollar (33 Millionen Euro) mit diesen Transaktionen eingenommen haben, berichtete das Wall Street Journal am Donnerstag. Ein ehemaliger leitender Angestellter des Konzerns habe möglicherweise mit einem Investment von rund einer Millionen Dollar 9 Millionen Dollar verdient, schrieb die Zeitung. Sie zitierte einen Sprecher des Bankers mit den Worten, dieser habe alle angemessenen Complianceverfahren eingehalten, sei jederzeit vollkommen transparent gewesen und habe jegliches Fehlverhalten bestritten.

Die Prüfer haben sich noch nicht festgelegt, ob die Deutsche Bank unter dem Strich Geld verloren habe, unter anderem weil die Trades zu weiteren Geschäften führten, die Gebühreneinnahmen einbrachten, berichtete das Wall Street Journal unter Berufung auf eine informierte Person. Ohne Berücksichtigung solcher Einnahmen zeige eine vorläufige Schätzung, dass die Transaktion die Bank mehr als 60 Millionen Dollar gekostet haben könnte, so die Zeitung.