Internationale Konkurrenz für Deutsche Banken Sparer können auf bessere Zinsen hoffen

Rainer Gerhard ist Geschäftsführer des Bereichs Karten und Konten beim Vergleichsportal Check24. | © Check24

Rainer Gerhard ist Geschäftsführer des Bereichs Karten und Konten beim Vergleichsportal Check24. Foto: Check24

Wer Geld auf dem Giro- oder einem Sparkonto zurückgelegt hat, für den gab es in den vergangenen Jahren nur selten gute Nachrichten. Die Zinsen der deutschen Banken liegen fast flächendeckend bei null oder allenfalls geringfügig darüber. Manche Geldhäuser haben sogar schon mit negativen Zinsen Schlagzeilen gemacht.

Kaum noch Aufsehen hat da nun auch die jüngste EZB-Entscheidung erregt, den Leitzins weiterhin unangetastet bei 0 Prozent zu lassen. Auch die kommende Zinsentscheidung der Zentralbank dürfte daran nichts ändern. Da die Sparzinsen stark vom Leitzins abhängen, werden auch sie auf dem derzeitigen Niveau bleiben. Wohin sich der Leitzins und damit auch die Sparzinsen hierzulande aber mittelfristig bewegen werden, deutet die US-Notenbank an.

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Sie hat diese Woche ihren Leitzins bereits zum siebten Mal in Folge erhöht. Die Federal Funds Rate, also der Zinssatz, zu dem sich US-Banken untereinander Geld leihen können, soll nun bis zu 2,00 Prozent betragen. Soweit lagen die Sätze von EZB und Fed nur selten auseinander. Traditionell folgt die europäische der US-Notenbank bei der Zinsentwicklung mit etwas Abstand.

Den größten Unterschied zwischen den Leitzinsen von EZB und Fed gab es zuletzt Ende 2008, als die Fed ihren Satz infolge der Finanzkrise bereits auf 1,00 Prozent gesenkt hatte, während der EZB-Leitzins noch bei 3,75 Prozent lag. Bereits etwa eine Woche später zog die EZB damals ihrerseits mit einer kräftigen Zinssenkung nach. Setzt die Fed ihre Zinserhöhungen wie angekündigt weiter fort, dann dürfte der letzte Rekordunterschied beim Zins bald eingestellt sein.

Wann steigen die Sparzinsen in Europa?

Natürlich ist die EZB nicht der Fed, sondern der Preisstabilität verpflichtet. Doch die Volkswirtschaften dies- und jenseits des Atlantiks hängen eng zusammen – was sich nicht zuletzt an der Geldpolitik der vergangenen Jahrzehnte gut ablesen lässt. In absehbarer Zeit wird also auch die EZB ihre Geldpolitik entsprechend anpassen. Doch auch nach einer Zinserhöhung in Europa wird es noch eine Weile dauern, bis sich die Zinsen von Sparkonten spürbar auf ein neues Niveau begeben werden.

Die Banken reagieren erfahrungsgemäß deutlich zeitversetzt auf veränderte Leitzinsen. Absehen lässt sich das gut am Durchschnittszins für täglich fällige Einlagen – dazu zählen mitunter Tagesgeld- und Girokonten –, den die Bundesbank erhebt.