Interview zur Ruhestandsplanung „Der größte Fehler ist, die Planung auf die lange Bank zu schieben“

Marcel Boßhammer: Der Leiter Maklerentwicklung und -service Leben der Gothaer gibt im Interview Tipps zum Thema Ruhestandsplanung. | © Gothaer

Marcel Boßhammer: Der Leiter Maklerentwicklung und -service Leben der Gothaer gibt im Interview Tipps zum Thema Ruhestandsplanung. Foto: Gothaer

DAS INVESTMENT: Welche Fehler gibt es oft von Kundenseite beim Thema Ruhestandsplanung?

Marcel Boßhammer: Der größte Fehler ist es definitiv, den eigenen Ruhestand zu ignorieren und die Planung dieser Phase auf die lange Bank zu schieben. Klug handelt, wer rechtzeitig seine Partner –auch die Geschäftspartner –, Familie und Berater einbezieht.

Hinzu kommt, dass die Themen wie etwa das Verfassen eines rechtskräftigen Testaments oder das Ausfüllen einer Patientenverfügung, für Kunde und auch den Vermittler sehr komplex sind. Es ist wirklich nicht leicht, sich mit dem ganzen Papierkram zu beschäftigen. Ein Fehler könnte es also auch sein, dass man keine Unterstützung beim Experten sucht.

Welchen Unterschied sehen Sie zwischen Altersvorsorge und Ruhestandsplanung?

Die Ruhestandsplanung geht weiter und umfasst die Altersvorsorge als einen Baustein. Ein Beispiel veranschaulicht die Unterschiede sehr schön: Bei der Altersvorsorge geht es darum, ein Vermögen für das Alter anzusparen. Bei der Ruhestandsplanung geht es dann darum, wie man das Vermögen sinnvoll bis zum Lebensende verplant. Die Ruhestandsplanung beinhaltet natürlich auch die Prüfung, ob ausreichend für das Alter vorgesorgt wurde. Aus diesem Grund würde ich sagen, dass diese Phasen auch eine Zeit lang parallel zueinander verlaufen.


Man sollte sich rechtzeitig, während der Erwerbstätigkeit um den eigenen Ruhestand kümmern. Wer gesund und fit ist, kann durchaus 20 bis 30 Jahre seinen Ruhestand genießen – das ist eine lange Zeit und diese muss geplant sein, damit keine Störfaktoren den Genuss trüben.