Invesco-Chef im Interview „Multi-Asset ist begrüßenswert“

Martin L. „Marty“ Flanagan, ist seit August 2005 CEO der US-amerikanischen Fondsgesellschaft Invesco. Zuvor arbeitete er seit 1983 bei Templeton, nach dem Zusammenschluss mit Franklin 1992 bei Franklin Templeton – zuletzt als Präsident und Co-CEO. Zuvor war Flanagan bei der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Arthur Andersen tätig.

Martin L. „Marty“ Flanagan, ist seit August 2005 CEO der US-amerikanischen Fondsgesellschaft Invesco. Zuvor arbeitete er seit 1983 bei Templeton, nach dem Zusammenschluss mit Franklin 1992 bei Franklin Templeton – zuletzt als Präsident und Co-CEO. Zuvor war Flanagan bei der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Arthur Andersen tätig.

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DAS INVESTMENT: Atlanta verbindet man mit CNN, Coca-Cola und den wunderbaren Golfplätzen. Eine Finanzmetropole ist die Stadt nicht. Wie bewerten Sie den Standort?

Marty Flanagan:
Wir fühlen uns hier sehr wohl. Atlanta ist eine lebenswerte Stadt. Brauchen wir den Lärm der Finanzmetropolen, um einen guten Job zu machen? Nein. Wichtig ist es, eigene Ideen zu haben und umzusetzen. Ich glaube, die besten Voraussetzungen für Individualität und Mut zur eigenen Meinung hat man, wenn man weg vom Lärm ist. Sonst trifft man ständig die gleichen Leute, die Gesprächsthemen sind einseitig, und da sind Menschen geneigt, sich breiten Meinungen anzuschließen. Ich habe von 1983 bis 1993 für Franklin Templeton auf den Bahamas gearbeitet – ein idealer Platz, um fokussiert zu arbeiten und auch mal gegen den Strom zu schwimmen.



Sie sind seit zehn Jahren CEO von Invesco. 2005 war das Unternehmen nicht profitabel. Dann kam die Finanzkrise. Heute verwaltet Invesco über 776 Milliarden US-Dollar, der Aktienkurs ist in den zehn Jahren von 13 Dollar auf über 32 Dollar gestiegen. Brauchen Sie handfeste Krisen, um Managementqualitäten zu zeigen?


Flanagan: Ab 2005 haben wir uns konsequent auf die Bedürfnisse unserer Kunden und die Führung eines guten Unternehmens konzentriert. Nun haben wir die Krise 2008 sicherlich nicht begrüßt. Aber sie hat bestätigt, dass wir auf dem richtigen Weg gewesen sind. Weil wir ein gutes Geschäft betrieben, konnten wir über die gesamte Krise hinweg sehr nah bei unseren Kunden bleiben. Unsere Wettbewerber mussten intern ihre Probleme lösen – zu einer Zeit, in der Kontakt zum Kunden wichtiger war als je zuvor. Wenn Märkte gut laufen, ist es leicht zu liefern. Eine so gravierende Krise wie die von 2008 jedoch zeigt, wie wichtig es ist, nah an den eigenen Kunden zu bleiben. Weil wir uns auf unsere Kunden konzentrierten und darauf, ein gutes Geschäft zu betreiben, konnten wir trotz der Umwälzungen der Finanzindustrie Chancen nutzen. Einige Banken mussten sich von ihren Asset-Management-Abteilungen trennen. Die sind auf uns zugekommen mit Möglichkeiten, unsere Präsenz in wichtigen Märkten auszubauen. Wir sind durch die Krise zu einem stärkeren Unternehmen geworden, als wir es davor waren.

Und Ihre Botschaft nach diesen herausfordernden Jahren?

Flanagan:
Konzentriere dich stets auf deinen Kunden und betreibe ein gutes Geschäft im Interesse der Kunden.