Investment-Experte von Carmignac Dieses Tech-Segment haben Anleger noch wenig auf dem Schirm

Teilnehmer an einer Europameisterschaft im Computerspiel

Teilnehmer an einer Europameisterschaft im Computerspiel "Call of Duty": Die Spieleindustrie erschließt sich durch E-Sports, Computerspiel-Wettkämpfe, neue Ertragsmöglichkeiten. Foto: Getty Images

Jean Medecin

Anfang 2018 haben sich die Technologiewerte erneut sehr stark entwickelt. Grund ist vor allem, dass viele Unternehmen in der Lage waren, ihre Erträge überdurchschnittlich zu steigern. Nicht zuletzt außerhalb der Vereinigten Staaten gibt es viele solcher Investitionsmöglichkeiten, zum Beispiel in den Schwellenländern. China verfügt über mehrere hochmoderne Technologiekonzerne und ist in einigen Segmenten sogar führend, wie zum Beispiel bei der künstlichen Intelligenz oder der Videotechnologie, die vor allem von Unternehmen wie Hikvision eingesetzt wird.

Um als Investor langfristig und effektiv im Tech-Sektor erfolgreich zu sein, ist es allerdings zentral, technologischen Fortschritt zu verstehen, vorherzusehen und einzukalkulieren.

Spieleindustrie geht neue Wege

Die Welt der Technik ist riesig und umfasst zahlreiche Teilsegmente, die über E-Commerce und soziale Netzwerke hinausgehen. Ein Bereich mit guter Visibilität, der von Anlegern noch nicht in vollem Umfang wahrgenommen wird, ist zum Beispiel die Spieleindustrie. Früher handelte es sich um einen zyklischer Sektor mit hohem Investitionsbedarf, heute findet man vielerorts völlig neue Geschäftsmodelle vor. Es sind vor allem Mikrotransaktionen innerhalb der Spiele sowie der Online-Vertrieb, die diesen Sektor revolutioniert haben. Die Ergebnisse, die sich hierdurch erzielen lassen, sind ausgezeichnet. Zudem entwickelt sich E-Sport zu einer attraktiven Quelle, um Erträge zu steigern und Zuschauerzahlen zu erreichen, die oft weit über traditionellen Sportveranstaltungen wie beispielsweise der Tour de France liegen.

Beispiel Netflix

Tech-Perlen zu identifizieren ist eine Herausforderung, die von Investoren manchmal unterschätzt wird. Eine andere besteht darin, die Gefahren für bereits bestehende Akteure einzuschätzen, die sich durch technologische Disruption ergibt. Netflix ist ein typisches Beispiel für ein solches „Frenemy“-Unternehmen: Vor einigen Jahren war Netflix Partner der großen audiovisuellen Content-Gruppen und half ihnen, ihre Inhalte zu vertreiben und zu monetarisieren. Heute ist es ein eigenständiger Produzent, der in der Lage ist, die kreativen Potenziale seiner ehemaligen Partner zusammenzubringen.

Daher ist es wichtig, die aktuellen technologischen Entwicklungen zu antizipieren, zu verstehen und zu berücksichtigen, selbst wenn man in Unternehmen außerhalb des Technologiesektors investiert.