Nordea-Geschäftsführer im Gespräch Nordea Stable Return: „Wir wollen die Elefanten aus dem Raum haben“

Dan Sauer, Geschäftsführer von Nordea Fonds Service mit Sitz in Köln | © Piotr Banczerowski

Dan Sauer, Geschäftsführer von Nordea Fonds Service mit Sitz in Köln Foto: Piotr Banczerowski

DAS INVESTMENT: Ich bin ein sehr vermögender Investor, ich bin zufrieden mit der Entwicklung des Nordea-1 Stable Return, und ich möchte noch einen weiteren Teil meines beträchtlichen Vermögens bei Ihnen anlegen.

Dan Sauer: Nur zu. Wir freuen uns über Ihr Investment als Bestandskunde. Solange Sie nicht über eine Million Euro am Tag in diesen Fonds anlegen, hat sich für Sie nichts verändert.

Ein Neukunde kommt nicht rein?

Nein.

Die Order-Obergrenze von einer Million gilt pro Kunde und Tag. Ein Pool oder Vermögensverwalter mit vielen Bestandskunden könnte theoretisch pro Kunde eine Million Euro täglich investieren?

Theoretisch ja.

Quelle: Biq Data, Stand: 13. September 2016

Wer hat diese Maßnahmen beschlossen?

Rein rechtlich gesehen fällt diese Entscheidung das Board des Sicavs. Aber natürlich sind Asbjørn Trolle Hansen, der Portfoliomanager, und das Multi-Asset-Team ganz stark darin eingebunden. Entscheidend ist der Schutz der Altinvestoren. Der kann nur dann gewährleistet sein, wenn der Ansatz des Fonds nicht durch die Mittelzuflüsse oder das verwaltete Volumen beeinflusst wird. Der Fonds wird aktiv verwaltet und gemanagt, weil er aktive Positionen einnimmt. Die Qualität des Fonds basiert auf unserer Fähigkeit, diese Positionen zu bewegen, ohne dass sich die Preise ändern, und um relativ schnell zu sein. Mit den aktuellen Asset-Ebenen sind wir uns sicher, dass dies noch erreicht werden kann. Jedoch denken wir, dass es ein Risiko für die Qualität des Fonds sein könnte, wenn wir uns viel höher bewegen würden. Das Risiko, dass wir die Preise beeinflussen, wenn wir Positionen aufbauen, würde steigen. Dies würde natürlich das Ergebnis negativ beeinflussen.

Wem gilt die aktuelle Maßnahme?

Wir wollen die Elefanten aus dem Raum haben. Adressen, die in der Vergangenheit deutlich über eine Million täglich eingezahlt haben. Wir wollen unsere strategischen Anleger vor großen Taktikern schützen, und es geht darum, den Fonds von der Kapazitätsgrenze fernzuhalten.

Sind bei diesen Größen und bei einem aktiven Investmentprozess nicht die Abflüsse schwerer zu verkraften?

Das Gesagte gilt grundsätzlich für beide Richtungen. Aber Sie sprechen die Probleme an, die entstehen, wenn alle durch die gleiche Tür wollen. Dann kann es, insbesondere am Ausgang, schnell gefährlich eng werden. Sofern wir eine attraktive Aktie finden, die zu unserer Investmentphilosophie passt. Wir möchten hier eine Allokation von 2 bis 3 Prozent aufbauen. In einem vernünftigen Zeitrahmen, und das, ohne den Preis der Aktie zu beeinflussen.

Quelle: Bloomberg

Folgt einem Soft Close automatisch ein Hard Close, oder lassen Sie es jetzt so weiterdröppeln?

Ein Automatismus wäre fahrlässig. Wir wissen sehr genau, wie viel Arbeit und Aufgaben schon jetzt durch das Soft Closing entstanden sind. Das gesamte Portfolio ändert sich, wenn ein Baustein fehlt. Für diskretionäre Lösungen ist das ein echter Albtraum. Vehikel wie Fondspolicen sind in der Administration sehr aufwendig, was Kosten und Mehrarbeit sowohl bei Ersatz als auch Austausch eines Fonds angeht. Mit der Entscheidung gibt Nordea ein klares Signal an Anteilsinhaber. Solange es also keine ungewöhnlichen Umstände wie einen Wechsel des Managements gibt, sollten Anleger ihre Anteile behalten, um von den Vorzügen eines Soft Closings zu profitieren.

Dan Sauer ist seit 2002 für die Nordea-Gruppe tätig. Geschäftsführer von Nordea Fonds Service mit Sitz in Köln ist der studierte Jurist seit 2009. Zu seinen weiteren beruflichen Stationen zählen der Vermögensverwalter Portfolio Concept und die Sparkasse Hannover.