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Managed-Futures: Unabhängigkeit ist Programm

Plus 14,5 Prozent - der Oktober 2008 war einer der zwölf erfolgreichsten Monate in der knapp 15-jährigen Geschichte des Handelsprogramms der niederländischen Transtrend. Beeindruckende Bilanz über das gesamte Jahr 2008: plus 61,9 Prozent – gegenüber einem Minus von 30 bis 70 Prozent an den globalen Aktien- und Rohstoffmärkten

Zentrale von Varengold in Hamburg,
Manager des Dachfonds HI Varengold CTA Hedge

Während an den Börsen Panik um sich griff und an den Rohstoffmärkten Verzweiflung, führte das Trendfolgeprogramm immer wieder zu glänzenden Ergebnissen: Bereits im September 2008 hatte der mit dem Programm gemanagte Tulip Trend Fund 12,0 Prozent zugelegt, im November folgten weitere 5,4 Prozent.

Managed Futures handeln Aktien, Währungen und Rohstoffe

Managed Futures, auch als Commodity Trading Advisors, kurz: CTA, bezeichnet, waren die Ausreißer des vergangenen Jahres. Fast alle in Deutschland erhältlichen Fonds landeten 2008 klar im Plus. Damit bestätigten sie die Theorie, dass sie das Risiko eines Aktienportfolios vermindern können. Tatsächlich – das ergeben gleich mehrere Studien – entwickeln sich CTAs fast vollkommen unabhängig von den Aktienmärkten. Thomas Schneeweis, Finanzprofessor und CTA-Fachmann an der Universität von Massachusetts, stellt dabei eine Besonderheit heraus: „Während viele Managed-Futures-Programme negativ mit traditionellen Anlageklassen korreliert sind, wenn diese fallen, sind sie positiv mit ihnen korreliert, wenn die traditionellen Klassen steigen.“ Einfach ausgedrückt: Fallen Aktienkurse oder Rohstoffpreise, entwickeln sich CTAs entgegengesetzt, steigen Aktienkurse oder Rohstoffpreise, entwickeln sich CTAs in die gleiche Richtung.

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Für das Phänomen gibt es eine einfache Erklärung: Managed-Futures-Programme folgen Trends, und je ausgeprägter ein Trend, desto besser lässt er sich nutzen. In welche Richtung sich der Markt dabei bewegt, ist egal. Ebenfalls keine Rolle spielt, um welchen Markt es geht: Managed- Futures-Fonds handeln an allen liquiden Futures-Märkten: vor allem Aktien, Anleihen, Rohstoffe und Währungen. Jede nachhaltige Entwicklung an jedem dieser Märkte kann den Managed Futures Erträge bringen. Zu den erfolgreichsten Handelsansätzen des weltgrößten CTA, Man AHL Diversified, zählten im abgelaufenen Jahr beispielsweise Wetten auf fallende Aktienmärkte.

Im ersten Halbjahr setzte das Programm erfolgreich auf steigende Energiepreise, im zweiten auf fallende Rohstoffpreise. Die Wette auf einen weiter fallenden Dollar dagegen ging im Sommer nicht auf, als die Währung plötzlich ihren Abwärtstrend verließ und stark aufwertete. Als sich ein klarer Aufwärtstrend etabliert hatte, führte eine Position auf einen steigenden Dollar dann zu weiteren Erträgen, ebenso wie eine auf einen steigenden Yen.

Mit System durchs Chaos

„Die Aussichten bleiben gut“, kommentiert AHL-Manager Tim Wong. „Denn Trends bleiben in schwierigen Zeiten häufig bestehen. Das größte Risiko derzeit ist, dass Regierungen einen oder mehrere Handelsplätze, wie Börsen, schließen.“ Das ist reichlich optimistisch: Ein solch außergewöhnliches Ereignis ist nicht das einzige Risiko, dem Managed Futures ausgesetzt sind. Bereits im zweiten Halbjahr 2008 klaffte die Performance von CTAs ungewöhnlich weit auseinander. Rund 30 Prozentpunkte lagen pro Monat zwischen der Wertentwicklung des besten und des schlechtesten Produkts aus dem Hedge-Fonds-Index von Credit Suisse Tremont. Von den 32 im Index berücksichtigten Produkten landeten zwischen Juni und Oktober 2008 nur noch 16 im Plus. Zwar liegen die Ergebnisse der traditionell stark schwankenden Fonds häufig weit auseinander, doch im ersten Halbjahr 2008 hatten es noch alle 32 Fonds ins Plus geschafft. Etliche Handelssysteme litten im Herbst unter den ungewöhnlich hohen Tagesschwankungen von Aktienindizes: Die großen Ausschläge lieferten eine Vielzahl von Trend-Signalen, auf die dann aber keine Trends folgten. Generell haben viele Fonds in Seitwärtsphasen Schwierigkeiten.


„Nicht so gut laufen Managed Futures in Märkten, die häufig und schnell die Richtung wechseln“, erklärt Wolfgang Schimmel vom österreichischen Anbieter FTC. Beispiele für solche Jahre, in denen es nur wenige stabile Trends gab, waren 2004 und 2005. Aber auch 2006 und die erste Hälfte 2007 waren für viele Trendfolger ähnlich schwierige Zeiten wie für Aktienanleger, weil die Märkte zu häufig drehten. „Wichtig ist allerdings, dass sich innerhalb der Gruppe Managed Futures die unterschiedlichen Einzelstrategien sehr verschieden entwickeln. So gab es beispielsweise auch 2006 Strategien, die recht stark waren“, erklärt Yasin Qureshi. Der Manager des Dachfonds Varengold CTA Hedge (WKN: 532138) hält es daher für schwierig, pauschale Urteile über den Erfolg von Managed Futures in unterschiedlichen Marktszenarien zu fällen. Für einzelne Strategien ließen sich aber bestimmte Faktoren festmachen, die den Erfolg bestimmen.

Deutlich wird auch dabei: Den meisten Managern schadet eine zu hohe Volatilität, während langfristige Preistrends an den Märkten den Managern nützen. Sollte 2009 ein Jahr der volatilen Seitwärtsbewegungen an den Aktienmärkten werden, werden es viele CTAs daher wiederum schwer haben. Es sei denn, an anderen Märkten zeigen sich stabile Trends, die halten.

Hohe Volatilität schadet den Fonds

Doch auch das ist derzeit nicht sicher: An den Rentenmärkten droht eine ebenso volatile Seitwärtsphase wie am Aktienmarkt, für die Rohstoffmärkte gibt es nach dem Einbruch vorerst keine klare Richtung, und ob sich Dollar- und Yen- Rally fortsetzen, ist noch nicht ausgemacht. Die Ergebnisse des Jahres 2008 sollten daher niemanden dazu verleiten, mit ähnlich hohen Erträgen auch die kommenden Jahre zu rechnen. So unsicher die Anleger derzeit über die Entwicklung der Aktienmärkte sind, so vorsichtig sollten sie auch die Entwicklung von Managed Futures einschätzen.

Von: Christopher Nachtweh

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