Alternative Investments: Private-Equity-Branche schrumpft, Hedge-Fonds erholen sich
Die Stimmung im Private-Equity-Lager hellt sich langsam auf. Mittelfristig steht der Beteiligungsbranche jedoch noch ein harter Ausleseprozess bevor, der vor allem kleinere Gesellschaften treffen wird. Der Hedge-Fonds-Markt hingegen profitiert von der Bullenmarkt-Rallye seit Jahresbeginn.
Die Entspannung an den Börsen färbt positiv auf die Private-Equity-Branche ab. Mit dem besseren Marktklima steigen die Chancen für Finanzinvestoren, Käufer für ihre Beteiligungen zu finden. Auch der Gang an die Börse scheint einigen Gesellschaften wieder leichter zu fallen, wie Kohlberg Kravis Roberts (KKR) und Silver Lake zeigen.
Blackstone liefert gute Zahlen
Die beiden Private-Equity-Gesellschaften haben vergangene Woche den Halbleiterhersteller Avago Technologies aufs Börsenparkett verholfen. Ein weiteres Indiz für die Wiederbelebung der Branche: beim Branchenriesen Blackstone fielen vergangene Woche die Halbjahreszahlen besser als erwartet aus.
Mit der Stimmung steigen auch die Chancen für Finanzinvestoren, Geld für neue Fonds zu bekommen. Viele institutionelle Anleger haben derzeit große Bargeldbestände und suchen nach Anlagemöglichkeiten.
Weiterhin kaum Firmenübernahmen
Eine Entspannung auf breiter Front ist jedoch nach Expertenmeinung noch nicht in Sicht. So liegen die Aktivitäten bei fremdfinanzierten Übernahmen (Buyouts), dem wichtigsten Bereich des Private-Equity-Sektors, weiterhin auf sehr niedrigem Niveau.
Im zweiten Quartal dieses Jahres betrug das Volumen angekündigter Transaktionen weltweit laut einer Statistik der Beratungsgesellschaft SCM lediglich 22,3 Milliarden US-Dollar. Gegenüber dem ersten Quartal 2009 bedeutete dies zwar ein Wachstum von 63 Prozent. Im Vergleich mit dem Vorjahreszeitraum kam es aber einem Rückgang von 87 Prozent gleich.
Private-Equity-Branche leidet unter vorangegangenen Exzessen
„Die Branche leidet weiterhin unter den Spätfolgen der Exzesse der Jahre 2005 bis 2007“, erklärte Katharina Lichtner vom Dachfonds-Anbieter Capital Dynamics gegenüber der Neuen Züricher Zeitung (NZZ). Nach Angaben des Datenlieferanten Bloomberg gaben die Private-Equity-Gesellschaften in diesem Zeitraum die Rekordsumme von 1,6 Billionen US-Dollar für Firmenübernahmen aus.
Mit der Finanzkrise ging der Wert der meisten dieser Beteiligungen enorm zurück. Die Gesamtschulden der Private-Equity-Gesellschaften schätzen Beobachter auf 400 Milliarden US-Dollar.
















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