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Große Geschichten vom kleinen Kredit.

Große Geschichten vom kleinen Kredit.

23.10.2009 15:51
Rubrik: Alternative Investments

Hedge-Fonds und Private Equity: EU-Kommission kommt der Branche entgegen

Die geplante EU-Regulierung von Hedge-Fonds und Private Equity soll voraussichtlich nicht so strikt ausfallen, wie von der EU-Kommission vorgeschlagen. In einem Richtlinienentwurf fordert Schweden zahlreiche Ausnahmen und Abmilderungen.

Einem Bericht des „Handelsblatts“ zufolge hat der schwedische Vorsitzende des EU-Finanzministerrates (Ecofin), Anders Borg, einen Richtlinienentwurf zu „Alternativen Investmentfonds-Managern“ vorgelegt. Darin schlägt Borg zahlreiche Ausnahmen von den geplanten EU-Vorschriften für Private Equity und Hedge-Fonds vor.

So soll es Hedge-Fonds auch weiterhin erlaubt sein, Investments mit hohen Schulden zu finanzieren. Die strikten Obergrenzen und Offenlegungspflichten für die Kredit-Finanzierung, die im ursprünglichen Entwurf der EU-Kommission noch enthalten waren, sind laut dem Bericht in dem schwedischen Papier zum großen Teil gestrichen worden.

Des Weiteren wollen die Schweden laut „Handelsblatt“ die Offenlegungspflichten und die Eigenkapitalanforderungen für Private-Equity-Fonds lockern. Zudem verzichtet das Papier auf die Forderung nach einer regelmäßigen unabhängigen Bewertung des Fondsvermögens. Es genüge, wenn der Fonds sein Vermögen selber bewerte und das Ergebnis von einem Wirtschaftsprüfer bestätigen lasse.

Der schwedische Entwurf wird nun vom EU-Finanzministerrat und vom Europaparlament beraten. Die Branche hatte gegen den ursprünglichen Richtlinienentwurf, den die EU-Kommission im Frühjahr vorgelegt hatte, lautstark protestiert.

Helmut , 26-10-09 19:20:
Es ist unglaublich, was sich die schwedischen Politiker hier erlauben. Investitionen mit hohen Schulden hat bisher bedeutet, dass die Unternehmen ausgesaugt, deren Eigenkapital radikal gesenkt und Mitarbeiter oftmals gefeuert wurden. Auch hier - wie bei vielen Banken - ist das Bestreben zu erkennen, so weiter zu machen, wie in den vergangenen Jahren auch. Die Lobbyarbeit dieser rücksichtslosen Branche scheint sich wieder einmal zu lohnen.
Javier , 27-10-09 12:55:
"Die Lobbyarbeit dieser rücksichtslosen Branche" zielt auch und vor allem darauf ab, dass Unternehmen in Europa außerhalb von Bankkrediten finanziert werden können. Den mit Private Equity finanzierten Start-up-Firmen bräche es das Genick, wenn sie aufgrund stärkerer Transparenzrichtlinien ihren großen Konkurrenten wichtige Details offen legen müssten. Und dies wäre die Folge, wenn ihre Investoren zu deutlich höherer Transparenz verpflichtet würden. Und auch schuldenfinanzierte Buyouts haben den eigentlichen Zweck, ein Unternehmen neu auszurichten und wettbewerbsfähig zu machen (oder zu halten) - nicht grundsätzlich geht es hier ums Aussaugen, dieses Stammtisch-Vorurteil sollte langsam mal ad acta gelegt werden.

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