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Große Geschichten vom kleinen Kredit.

Große Geschichten vom kleinen Kredit.

26.04.2011 14:41
Rubrik: Alternative Investments

Das goldene Dutzend: „In diesem Umfeld kann der Goldpreis nicht einbrechen“

Martin Siegel

Martin Siegel betreibt die Goldhandelsfirma Westgold und berät den Goldaktienfonds Stabilitas Gold + Metals (WKN: A0ML6U). Er stellte sich unseren Goldfragen und sagt, in welchem Extremfall der Goldpreis einbrechen könnte.

DAS INVESTMENT.com: Haben Sie eine persönliche Erinnerung an Ihre erste Begegnung mit Gold?

Martin Siegel: Das erste Stück Silber – einen 10-Gramm-Barren – habe ich im Alter von zehn Jahren gekauft. Den ersten Goldbarren – ebenfalls ein 10-Gramm-Barren – habe ich etwas später mit meinem Bruder zusammengespart. Mit meinem ersten Ferienjobgeld habe ich 1979/1980 mit einem 1-Kilogramm-Silberbarren an der Silberhausse teilgenommen.

DAS INVESTMENT.com: Und wann haben Sie das erste Mal ein Investment in Gold schätzen gelernt?

Siegel: Meine ersten Goldinvestments waren eher erfolglos. Nach einigen Anfangsgewinnen brachen die teilweise auf Kredit gekauften Goldminenaktien Ende der 80er Jahre stark ein. Von den Verlusten konnte ich mich erst mit der Erholungsbewegung 1993 befreien. Die Erfahrungen dieser Zeit bilden die Basis des Erfolgs des PEH-Q-Goldmines Fonds zwischen 2001 und 2003 und des Stabilitas Pacific Fonds seit 2007.

DAS INVESTMENT.com: Gilt Gold heute immer noch uneingeschränkt als Krisenwährung?

Siegel: Gold erhält die Kaufkraft über Jahrtausende. Manipulationen können sich wie in den 80er und 90er Jahren über lange Zeiträume erstrecken und die Wahrnehmung der kaufkrafterhaltenden Funktion des Goldes der Menschen vorübergehend überdecken. Dennoch hat Gold bislang jede Papierwährung überlebt und wird dies auch in Zukunft tun.

DAS INVESTMENT.com: Glauben Sie, dass ältere Investoren, die unmittelbare Nachkriegsgeneration, heute noch ein anderes Verhältnis zu Gold haben, als die derzeitige Generation von Investmentbankern?

Siegel: In unserer Firma Westgold haben wir Anleger aus allen Altersklassen. Auch jüngeren Anlegern, die sich mit den Finanzmärkten befassen, erschließt sich die Notwendigkeit, sich gegen die kollabierenden Papierwährungen abzusichern. Dass die aktuellen Rettungspakete für bankrotte Banken und Staaten auf keinem soliden Fundament stehen und dass uns nach der Inflationierung des Papiergeldes eine Teuerungswelle droht, würde ich bereits als Allgemeinwissen bezeichnen, das auf keine Altersgruppe beschränkt ist.

DAS INVESTMENT.com: Was müsste passieren, damit der Goldpreis einbricht?

Siegel: Wir hätten nach der Lehman-Pleite die AIG und im Anschluss sämtliche Investmentbanken bankrott gehen lassen müssen. Damit wären auch viele Phantasievermögenswerte zugrunde gegangen. Von der parasitären Belastung der Investmentbanken befreit, hätte die Wirtschaft wie in den 80er Jahren auf einen gesunden Wachstumskurs zurückfinden können. Im Gegensatz dazu wurde entschieden, die kollabierenden Institute mit Steuergeldern zu sanieren. Da diese nicht zur Verfügung stehen, muss nun neues Geld gedruckt werden. Dies wird zu einer Teuerungswelle führen, so dass die Sanierung der Investmentbanken letztendlich auf Kosten der Sparer und Leistungsbezieher durchgeführt wird. In diesem Umfeld kann der Goldpreis nicht einbrechen. Ein Einbruch ist nur mit einem starken Anstieg der Zinsen, einer Einschränkung der Geldmenge, einem Kollaps der Wirtschaft und gleichzeitiger Sanierung der Staatshaushalte denkbar.

DAS INVESTMENT.com: Rechnen Sie mit massiven Goldverkäufen von Zentralbanken? Wo steht der Goldpreis in 12 Monaten und in 5 Jahren?

Siegel: Nein. Aber selbst wenn die Zentralbanken größere Goldbestände abgeben würden, würden diese von Anlegern am Markt problemlos aufgenommen werden können. Der Goldpreis wird nominal weiter steigen, aber relativ nicht mehr so stark zulegen, wie in den letzten zehn Jahren.

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